Die Sikh Religion

Sri Harmandir Sahib Golden Temple Sri Harmandir Sahib - Amritsar

Wer sind die Sikhs?

Ein Sikh wird im Sikh & Gurmat Rehat Maryada als eine Person beschrieben, die nur an den Einen universellen Schöpfergott Ik Oankar und an die zehn Sikh Gurus, von Satguru Nanak Dev bis Guru Gobind Singh, glaubt und den Siri Guru Granth Sahib als die höchste spirituelle Autorität im Sikh Glauben anerkennt und verehrt. Ein Sikh glaubt und folgt der Lehre und dem Wissen der Sikh Gurus, Gurmat und richtet sich nach den Aussagen und Anweisungen der zehn Sikh Gurus. Ein Sikh glaubt und akzeptiert die Amrit Sanchar Taufzeremonie (Khande di Pahul) in den Khalsa Panth, die von Guru Gobind Singh an Vaisakhi 1699 initiiert wurde.


Dastar Sikh Turban Der Dastar im Sikh Glauben

Der Dastar im Sikh Glauben

Männliche Sikhs erkennt man an ihrem kunstvoll gebundenen Dastar (Turban) und dem ungeschnittenen Haar und Bart. Im Alter zwischen 12 und 16 Jahren erhalten die Jungen in der Dastarbandi Zeremonie, die im Gurudwara stattfindet, ihren ersten Dastar (Turban). Zuvor tragen die Jungen einen Patka. Das ungeschnittene Haar ist eines der fünf Glaubenssymbole in der Sikh Religion. Der Sikh Panth von Satguru Nanak Dev ist die Gemeinschaft derer, die ihr Haare nicht schneiden. Alle Sikhs, die ihre Haare nicht schneiden, werden als 'Kesdaris' bezeichnet. Jeder Sikh, der die Amrit Taufe vollzieht, wird als 'Amritdhari' bezeichnet. Weibliche Sikhs tragen optional einen Dastar oder Chunni. Die Wichtigkeit, die dem Haar in der Sikhi zukommt, erkennt man daran, dass der Geburtsort des Khalsa Panth der Takht Sri Kesgarh Sahib ist. Kesgarh bedeutet übersetzt das Fort der ungeschnittenen Haare. Der Takht Sri Kesgarh Sahib in Sri Anandpur Sahib gehört zu den fünf wichtigsten Hauptsitzen in der Sikh Religion. Alle zehn Sikh Gurus trugen unter ihrem Dastar das ungeschnittene Haar. Der Turban wird in Gurmukhi Dastar genannt und ist auf den Begriff Dast-e-Yaar zurückzuführen und bedeutet:

Die schützende Hand Gottes stets auf dem Kopf zu haben.
Sikh Polo Team Camino Real, UK Sikh Polo-Team, UK

Der Dastar (Turban) steht für Ehre, Nobilität, Souveränität, Selbstrespekt, Spiritualität, Frömmigkeit und Mut. Der Dastar erinnert an alle zehn Sikh Gurus, speziell an den zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh, der den Sikhs mit dem Dastar ihre Einzigartigkeit und Dignität in ihrem äusseren Erscheinungsbild verliehen hat. Der Dastar wird getragen, um das Dasam Duar, das zehnte Tor, ein spirituelles Energiezentrum an der Kopfoberseite als auch das ungeschnittene lange Haar zu schützen. Der Dastar ist eine spirituelle Krone, welche eine ständige Erinnerung für den Sikh ist, dass er/sie auf dem Thron des Bewusstseins sitzt und dazu verpflichtet ist, ein moral-ethisches auf Gott ausgerichtetes Leben nach der Gurmat Lehre der Sikh Gurus zu leben. Getaufte Sikhs, Amritdharis, verpflichten sich dazu ihren Kopf stets zu bedecken. Der Dastar gehört nicht zu den 5 Glaubenssymbolen in der Sikh Religion, er ist jedoch ein unverzichtbarer Teil der Sikh Identität. Informationen zu den 5 Kakār, den fünf Glaubensartikeln: Kes (Haar), Kangha (Holzkamm), Kara (Armreifen), Kirpan (ein kleiner Dolch), Kachera (spezielle Shorts) für getaufte Sikhs, können Sie unter Khalsa Panth nachlesen.

Der Sikh Glaube

Die Sikhi ist ein universeller Lebens- und Glaubensweg zur Vereinigung mit Gott, der von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus gelehrt wurde. Satguru Nanak Dev bot der Menschheit diesen Weg an, um das Leben durch Gian, das Wissen über Gott und Seine Schöpfungsmechanismen zu verstehen, um die Einheit mit dem universellen Schöpfer zu realisieren. Die Vereinigung mit Gott kann nur durch Seine Gnade realisiert werden, wie Satguru Nanak Dev im Sri Japji Sahib in Pauri 25 ਬੰਦਿ ਖਲਾਸੀ ਭਾਣੈ ਹੋਇ (Band Khalasi Bhane Hoe) beschreibt. Die Terminologie für Gott in der Sikh Religion ist Waheguru.

WAHEGURU
Der wunderbare Erleuchter und Schöpfer, jenseits aller Erklärungen, der die Dunkelheit von Ignoranz und Unwissenheit zerstört und das göttliche Licht von Wahrheit, Wissen, Weisheit und (Selbst) Erkenntnis offenbart.
NAAM
beschreibt das dynamisch, kreative Prinzip, die Grundlage göttlicher Substanz, die Realität und Existenz Gottes. Naam wird im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten ebenfalls als der Eine Name des Herrn beschrieben.

Dieses göttliche Licht von Wahrheit und Wissen, manifest in Satguru Nanak Dev, wurde auf alle Sikh Gurus und auf den Siri Guru Granth Sahib übertragen. Die Offenbarungen und Weisheiten im Ewigen Shabad Guru sind universell, ewig-gültig, offen und zugängig für jeden Menschen. Die Gurbani inspiriert, erhebt, transformiert und befreit die Individual Seele auf ihrem Weg zur Vereinigung mit Akaal Purakh Waheguru. Für Sikhs stellt der Siri Guru Granth Sahib die höchste spirituelle, religiöse Autorität dar. Der Sikh Glaube hat sich zur fünftgrössten Weltreligion entwickelt, die vereint und nicht trennt, sowohl individuell als auch kollektiv. Im Siri Guru Granth Sahib als auch in den Sikh Schriften wird der Sikh Lebens- und Glaubensweg als 'Sikhi' beschrieben. Die Begriffe Sikhi, Sikhismus und Sikh Religion werden heute alle verwendet, um den Sikh Glauben zu definieren.

Die Botschaft

  • Die Sikhs glauben an Einen Schöpfergott - Ik Oankar, der alles erschafft, erhält und auflöst (monotheistische Religion).
  • Der Sikh Glaube lehrt, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Geschlecht vor den Augen Gottes gleich sind. Sie alle sind die Schöpfungen des Einen transzendentalen omnipotenten Schöpfers. Sein Licht, Seine Liebe und Sein Atem sind in jeder Manifestation anwesend.
  • Frauen und Männer sind laut der Sikh Lehre gleichberechtigt.
  • Der Sikh Glaube lehrt das Recht auf Selbstbestimmung und Glaubensfreiheit. Alle Menschen haben das Potenzial Gott selbst zu erfahren und ihren eigenen gewählten Weg zu Gott zu verfolgen, ohne dabei andere zu verletzen, zu unterdrücken, zu verurteilen oder unter Zwang zu konvertieren. Ein respektvoller Umgang ist ein Hauptanliegen in der Gurmat Lehre der Sikh Gurus.
  • Der Sikh Glaube betont die tägliche Hingabe an die Verinnerlichung Gottes. Ein Sikh sollte sich bei allem was er/sie tut stets an den wundervollen, allmächtigen Schöpfer erinnern. Dies geschieht in Form von Naam Japo & Naam Simran, der Rezitation und Meditation auf die Identität und Realität Gottes mit dem "Gur Mantar Waheguru". Waheguru ist die Terminologie für Gott in der Sikh Religion.
  • Ein Sikh sollte moralisch-ethische Verantwortung und Rechtschaffenheit präsentieren und ein wahrheitsgemäßes, auf Gott ausgerichtetes Leben, führen. Sikhs beten in ihrem täglichen Ardas für das Wohlergehen aller Menschen auf Erden, Sarbat da Bhala.
  • Der Sikh Glaube lehrt den selbstlosen Dienst in der Gemeinschaft, Seva. Die primäre Aufgabe im Leben eines Sikhs ist es, den Notleidenden, Schwachen und Unterdrückten zu helfen. Sikhs sind dazu angeleitet, der eigenen Gemeinde als auch der globalen Gesellschaft bestmöglich zu dienen.
  • Polytheismus, Götter und Planetenanbetung, Fasten, leere Rituale, Aberglaube und das Kastensystem lehnt die Sikh Religion ab.
  • Das Wort Sikh bedeutet im Punjabi "Schüler". Sikhs sind die Schüler Gurus/Gottes, die dem direkten Wort des formlosen Schöpfers folgen. Ein Sikh glaubt an die Sikh Schriften, Lehren und Anweisungen der zehn Sikh Gurus. Der Ewige Shabad Guru ist die Verkörperung von Shant und Prem Ras, der Essenz von Frieden und Liebe. Das direkte Wort Gottes, die Gurbani, ist der manifeste Ausdruck der ewig-existierenden Wahrheit Gottes auf Erden.
  • Der Sikh Glaube lehnt den Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen ab. Die grosse Mehrheit der Sikhs sind Vegetarier. Getaufte Sikhs (Amritdharis), die dem Khalsa Panth angehören, ernähren sich lakto-vegetarisch.

Die 3 Grundprinzipien in der Sikh Religion

  • Kirat Karo
    Arbeite engagiert und aufrichtig für deinen Lebensunterhalt.
  • Naam Japo/Naam Simran
    Erinnere Dich stets bei allem, was du tust, an Gott. Ein Sikh soll seinen Geist auf die göttliche Substanz, auf die Existenz und Realität Gottes, Naam richten. Dies geschieht in Form von Naam Japo (Rezitation/Chanten) und Naam Simran (Meditation) auf die Identität Gottes mit dem Gur Mantar Waheguru.
  • Wand Chakko
    Teile das, was du hast, mit anderen und den weniger Begünstigten in der Gesellschaft.

Wie entstand der Sikh Glaube?

Die Grundlagen im Sikh Glauben basieren auf den göttlichen Offenbarungen und Erfahrungen von Satguru Nanak Dev und den neun nachfolgenden Sikh Gurus. Bevor Guru Gobind Singh, der letzte Sikh Guru, 1708 diese Welt verliess, ordnete Er an, dass der Siri Guru Granth Sahib von nun an der Ewig-lebende Guru, die höchste spirituelle Autorität der Sikhs, sein wird. Im Sikh Glauben verweist das Wort Guru auf Gott. Guru und Gott werden oft synonym im Siri Guru Granth Sahib beschrieben. Gott manifestiert sich in Form des Satgurus und in Form des Wortes, Shabad. Gott, Guru und GurShabad bilden eine Einheit in der Sikh Religion. Die Gurbani ist das direkte Wort des formlosen Schöpfers, das Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus in Ihrem göttlich verankerten Bewusstsein empfingen und der Menschheit im Ewigen Shabad Guru offenbaren. Der Siri Guru Granth Sahib ist Jaagdi Jot, das ewig existierende Licht von der Wahrheit und dem Wissen Gottes. Der Sikh Glaube hat sich zu einer der grossen Weltreligionen entwickelt, zur fünftgrössten, mit derzeit über 27 Mio. Anhängern. Die Sikhi ist ein monotheistischer Glaube, der im Nordwesten Indiens im 15. Jahrhundert entstand. Von hier aus hat sich der Sikh Glaube von Satguru Nanak Dev weltweit verbreitet.

Der Siri Guru Granth Sahib ist die einzige Heilige Schriftensammlung in der Welt, die zu Lebzeiten ihrer Verfasser, den Sikh Gurus, offenbart, niedergeschrieben und zusammengestellt worden ist.

Gemäß den traditionellen Sikh Quellen erschien Satguru Nanak Dev im Monat Katak 1469 (Oktober/November) im heutigen Sri Nankana Sahib auf Erden. Einige wenige Quellen geben den Monat April 1469 an. Das Erscheinen von Satguru Nanak Dev wird traditionell jedes Jahr weltweit im Monat Katak gefeiert. Während der Legislatur von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus herrschten die Pathana, eine islamistische Kaste, über die Region, später die Mogulen. Es war eine Zeit der politischen, sozialen und religiösen Unruhen. Zwei der Sikh Gurus, der fünfte Sikh Guru, Guru Arjan Dev, und der neunte Sikh Guru, Guru Tegh Bahadur, wurden von den Mogul Herrschern gefangen genommen und gefoltert. Nachdem Sie es ablehnten zum Islam zu konvertieren, entschieden sich Guru Arjan Dev und Guru Tegh Bahadur für ihr Shaheedi. Die beiden jüngsten Söhne des zehnten Sikh Gurus, Baba Zorawar Singh und Baba Fateh Singh, wurden in einem zarten Alter bei lebendigem Leib eingemauert. Auch sie lehnten es ab, die Religion des Islams anzunehmen. Die islamistische Ära der Hinrichtung von Sikhs, Hindus und anderen Glaubensrichtungen auf dem indischen Subkontinent, der Verlust von Freiheit, Selbstbestimmung und Rechtschaffenheit verursachte in der Bevölkerung gesellschaftliches Leid und Stress. Die praktische und höchst vorbildliche Lebensweise der Sikh Gurus, sowie die Offenbarung der Gurbani, deckten alle Aspekte der Vollkommenheit ab, sodass der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, an Vaisakhi 1699 im Willen Gottes den Guru Khalsa Panth gründete und die Aufgaben an die Khalsa übergab. Der Khalsa Panth steht im Einsatz für die Aufrechterhaltung von Wahrheit, Sat und Rechtschaffenheit, Dharam auf Erden. Es waren die Sikhs, die das Ende der Mogulherrschaft in Indien einleiteten. Der Khalsa Panth bewahrt die Gurmat Lehre der Sikh Gurus und das grundlegende Wertesystem im Sikh Glauben.

Sri Nankana Sahib
Sri Nankana Sahib, der Erscheinungsort von Satguru Nanak Dev

Satguru Nanak Dev etablierte das System einer kostenlosen Gemeinschaftsküche, bekannt als Guru ka Langar, um die Wichtigkeit der sozialen Gerechtigkeit und des Teilens in der Gesellschaft zu demonstrieren. Das Guru ka Langar steht für ein friedvolles Miteinander, unabhängig von Kaste, sozialem Status, Herkunft, Bildung, Geschlecht oder Glaubenszugehörigkeit. Die Institutionalisierung einer Freiküche, die das Kastensystem transzendiert, war zu jener Zeit sozial-gesellschaftlich, religiös und politisch revolutionär. Das Guru ka Langar symbolisiert auf metaphysischer Ebene, dass jeder Mensch ein manifester Ausdruck des Einen transzendenten, omnipräsenten Schöpfers ist. Das gemeinsame Essen wird auf dem Boden eingenommen. Es verbindet die Menschen und stärkt das Konzept von Freundschaft und Humanität untereinander.
Der sechste Sikh Guru, Guru Hargobind Sahib, etablierte das System von Miri-Piri, welches die politisch-temporale Führung und die spirituelle Kraft beschreibt. Guru Hargobind Sahib gründete auf Anweisung Seines Vaters, Guru Arjan Dev, eine Verteidigungsarmee, um die Menschen vor Unterdrückung, Tyrannei und Zwangskonvertierung zu schützen. Die zukünftigen Krieger sollten über die Qualitäten eines Heiligen und rechtschaffenen Kriegers verfügen.

ਜਿਨਾ ਸਾਸਿ ਗਿਰਾਸਿ ਨ ਵਿਸਰੈ ਹਰਿ ਨਾਮਾਂ ਮਨਿ ਮੰਤੁ ॥
ਧੰਨੁ ਸਿ ਸੇਈ ਨਾਨਕਾ ਪੂਰਨੁ ਸੋਈ ਸੰਤੁ ॥੧॥
Diejenigen, die den Herrn mit jedem Atemzug und Nahrung nicht vergessen, deren Geist ist gefüllt mit dem Mantra von Gottes Namen.
Those who do not forget the Lord with each breath and morsel of food whose minds are filled with the Mantra of the Lord's Name. ||1||
(SGGS, Ang 319)

Der Begriff des Sant-Sipahi entstand in diesem Zusammenhang. Der Sant verweist auf eine weise, wahrhaftige Person, die das Wissen und Erfahrung über Gott und Seine Schöpfung besitzt. Ein Sant ist stets mit Guru/Gott durch Waheguru Naam und Gurbani verbunden. Ein Sant vergisst nie den Einen Namen Gottes, Waheguru. Er handelt und lebt im Einklang mit dem Willen Gottes. Der Sipahi ist ein Krieger, der bereit ist, sein Leben für einen rechtschaffenen Zweck einzusetzen. Ein Sant-Sipahi setzt sich für Wahrheit, Frieden, Freiheit und Rechtschaffenheit aller ein. Er hat die Aufgabe, die Schwachen und Unterdrückten zu beschützen und die Grundlage des Sikh Glaubens, sowie das Dharam, die Rechtschaffenheit und Sat, die Wahrheit auf Erden, zu bewahren. Der Sikh Glaube sieht Gerechtigkeit als höchstes Gut der moralischen Ordnung an. Das Wort im Punjabi, welches dies verdeutlicht, ist Niau, Gerechtigkeit. Das Wort Dharam, Rechtschaffenheit, wird auch benutzt, um Gerechtigkeit zu vermitteln im Sinne einer moralischen Ordnung. Ein Angriff auf die Rechtschaffenheit bedeutet ein Angriff auf die Gerechtigkeit und somit auf die moralische Ordnung.

Die Grundlagen in der Sikh Religion

Satguru Nanak Dev betonte Kirat Karō: Ein Sikh sollte aufrichtig seinen Lebensunterhalt verdienen und einen Ausgleich zwischen Arbeit, Anbetung und Nächstenliebe herstellen, sowie die Menschenrechte aller verteidigen. Sikhs werden ermutigt, eine optimistische und unangehaftete Sichtweise im Leben zu bewahren, dies wird als Chardi Kala bezeichnet. Der Sikh Glaube verweist auf Naam Japo & Naam Simran, der Rezitation und Meditation auf die Identität Gottes mit dem Gur Mantar Waheguru. Die Lobpreisung Gottes wird durch Shabad Kirtan, dem Singen und Musizieren der Heiligen Hymnen ausgedrückt. Das Lesen und Rezitieren von Gurbani, die Ausübung der täglichen Sikh Gebete, dem Nitnem, das Prinzip des Teilens, Waṇḍ Chakko, die freie Gemeinschaftsküche, das Guru ka Langar, die Heilige Versammlung der Sikhs im Gottesdienst, die Saadh Sangat, bilden das Glaubenssystem in der Sikh Religion. Ein Sikh sollte einen Zehntel seines Einkommens für wohltätige Zwecke spenden, dies ist als Daswandh bekannt. Die Sikh Gurus lehrten eine distinkte Methode, wie die Einflüsse der Maya, der temporären Erscheinungswelt und ihre Botschafter, den Panj Chor: Kaam, Krodh, Lobh, Moh, Ahankar - Lust, Wut, Gier, emotionale/materielle Anhaftung und Ego, transformiert werden können.

Die Sikh Religion betont das Prinzip der demokratischen Gleichstellung aller Menschen und lehnt Diskriminierung auf Basis von Kaste, Herkunft, Beruf, Religion und Geschlecht ab. Die Sikh Prinzipien ermutigen zu einem Leben als Haushälter, Grisht, Menschen, die im Leben stehen, ihren familiären und beruflichen Pflichten nachgehen und ein auf Guru/Gott ausgerichtetes Leben führen.

Satguru Nanak Dev lehrt:

Ein aktives, kreatives und bodenständiges Leben voller Aufrichtigkeit, Treue, Selbstbeherrschung und Reinheit zu führen, das über der metaphysischen Wahrheit steht. Der ideale Mensch ist derjenige, der den Willen Gottes erkennt, ihn ausführt und im Willen Gottes lebt.

Es gibt nur Einen Schöpfergott - IK OANKAR


Das Ik Oankar Symbol

Ik - eins
Oan - bedeutet, die alles erschaffende, organisierende und auslöschende Kraft Gottes.
Kar - beschreibt den Schöpfer, der sich in der gesamten Schöpfung manifestiert.
Ik Oankar = Es gibt nur Einen Gott.

Der Sikh Glaube weist darauf hin, dass es nur Einen Gott - Ik Oankar gibt, der omnipräsent, omnipotent, allmächtig, alles erschaffend, das Universum und die unzähligen Schöpfungen kreierte und in allem existent ist. Diese singuläre Entität von Ik Oankar, drückt sich in zwei Formen aus: Nirgun und Sargun. In der Nirgun Form ist der Schöpfer ohne Attribute, unmanifest, abstrakt, formlos (Nirankar), nicht sichtbar, jedoch alles durchdringend und über Seine Schöpfungen wachend, der ewige, zeitlose, transzendentale Aspekt der göttlichen Realität und Wahrheit. Der Schöpfer wird im Nirgun Aspekt mit folgenden Terminologien in der Sikhi beschrieben:

  • WAHEGURU
    Wahe: wundervoller Schöpfer, Erleuchter, der jenseits aller Erklärungen ist.
    Guru: Gu bedeutet Dunkelheit. Ru ist das göttliche Licht von Wahrheit, Wissen und Erkenntnis, das die Dunkelheit der Unwissenheit und Ignoranz vertreibt.
  • AKAAL PURAKH: ist der Ewige, Eine, unsterbliche Schöpfer, der sich jenseits von Zeit und Raum befindet.
  • SATGURU: ist der wahre Aspekt und Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit. Der wahre Guru ist Gott, manifest in der Sargun Form von Satguru Nanak Dev. Der Satguru ist ohne Dualität. Ik Roop hai.
  • SAT NAM: Sein Name ist Wahrheit (Seine Identität ist wahr).

Gottes Liebe, Licht und Energie manifestiert sich in zahlreichen, sichtbaren Formen und Leben, ausgestattet mit Attributen, Qualitäten und Eigenschaften. Dieser manifestierte Ausdruck stellt den Sargun Aspekt dar. Der wundervolle Schöpfergott ist in Seinen gesamten Kreationen anwesend und wacht über sie.

Im Sikh Glauben verweist das Konzept Gottes auf Waheguru. Gott ist gestaltlos, zeitlos und unsichtbar Niraṅkār, Akaal und Alakh. Am Anfang des ersten Textes im Siri Guru Granth Sahib steht geschrieben, dass Gott omnipräsent mit unendlicher Kraft über Allem steht und dies durch den Begriff von Ik Oankar, Es gibt nur Einen Gott, verdeutlicht wird. Die Sikhs glauben, dass vor jeder Schöpfung nur Gott und Shabad (Sein Wort) existierte und das durch Sein Hukam (Sein Wille), der gesamte Kosmos und die Schöpfungen kreiert wurden. Das Konzept Gottes wird ebenfalls als Akaal Purakh, der zeitlose, ewige, unsterbliche Schöpfer, der sich jenseits von Zeit und Raum befindet, beschrieben. Der Schöpfer ist Niraṅkār formlos. Satguru Nanak Dev hat desweiteren erklärt, dass das Verständnis von Akaal jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt, doch zur selben Zeit nicht unverständlich ist und durch Naam. Akaal Purakh ist omnipräsent Sarav Viāpak in allen Schöpfungen und für die Weisen und spirituell Erwachten überall sichtbar. Satguru Nanak Dev betont, dass Gott durch das Innere Auge und durch die Liebe und Hingabe im Herzen wahrgenommen werden kann. Satguru Nanak Dev hat hierzu den Kanal des göttlichen Namens für die Menschheit in Form des Gur Mantar Waheguru offenbart. Gottes Name und die Gurbani, das direkte Wort Gottes, haben einen kosmischen Klang. Dieser wird in der Gurmat Lehre als Naad bezeichnet, die kosmische Klangschwingung des Universums. Durch das Praktizieren von Waheguru Naam Meditation und dem sich Verbinden mit Gurbani, wird diese kosmische Klangschwingung schrittweise im menschlichen Bewusstsein belebt und manifestiert sich dort.

ਨਿਰਮਲ ਗੁਣ ਗਾਵੈ ਨਿਤ ਸਾਚੇ ਕੇ ਨਿਰਮਲ ਨਾਦੁ ਵਜਾਵਣਿਆ ॥੨॥
Singe für immer die glorreichen Lobeshymnen des makellosen wahren Schöpfers und der makellose Klangstrom des Naad wird im Inneren vibrieren.
(SGGS, Ang 121)
ਨਾਮੁ ਲੈਤ ਅਨਹਦ ਪੂਰੇ ਨਾਦ ॥੩॥
Der Guru sagt uns: Durch die Wiederholung von Naam erklingt der Klangstrom des Naad.
(SGGS, Ang 1144)

Die transzendente Schöpferseele

Die kosmische All-Seele des Schöpfers ist geschlechtsunspezifisch, transzendent allumfassend, bedingungslose reine Liebe, Stille, ewige Glückseligkeit, Frieden, unsterblich, ungebunden, zeitlos. Gott war, ist und wird für immer die höchste, allmächtige, ewig-existierende Wahrheit und Realität sein. Der Schöpfer ist kosmisch unbegrenzte Liebe und Freude, Er liebt Seine Schöpfungen und Manifestationen. Im Siri Guru Granth Sahib wird Gott als der 'Wahre Ehemann' (Husband Lord), als bester Freund, Vater, Mutter und Geliebter beschrieben. Die Individual Seele wird als die 'Seelenbraut' (soulbride) bezeichnet. Die Seelenbraut steht hier synonym für beide Geschlechter, weiblich als auch männlich. Die Seele hofft und wartet nach langer Trennung auf den Tag der Wiedervereinigung mit ihrem geliebten wahren Ehemann, dem Ursprung allen Seins. Diese Analogie beschreibt die Vereinigung von der Individual Seele mit der kosmischen All-Seele Gottes, Paramatma. Die Individual Seele hat ihren Ursprung in der allmächtigen Seele des Schöpfers. Der Tod im Sikh Glauben bedeutet nicht automatisch das Einswerden mit Gott. Die Seele, manifest im menschlichen Körper, unterliegt dem sich wiederholenden Prozess von Kommen und Gehen, dem Zyklus von Geburt und Sterben, der Reinkarnation, bis Akaal Purakh Waheguru, in Seiner Liebe, Güte und Gnade die Individual Seele mit sich vereint. Die Individual Seele gehört Gott. Durch das manifeste Spiel der Maya, das er kreiert und durch das individuelle Karma des Einzelnen, ist die Individual Seele von der Quelle allen Seins getrennt. Die Wiedervereinigung mit Gott, wird mit unbeschreiblicher Stille, Freude, Frieden und ewiger Freiheit beschrieben. In diesem Moment erreicht die Individual Seele die Einheit mit Waheguru, dem wundervollen Schöpfer. Der Zyklus von Geburt und Tod ist damit beendet. Die Befreiung der Seele kann bereits zu Lebzeiten geschehen. Diese Person wird im Siri Guru Granth Sahib als Jivan Mukti, ein zu Lebzeiten Befreiter beschrieben, als auch in der Transmigrationsphase, wenn die Seele das Körperkleid verlässt. Die verschiedenen Raags, die den Siri Guru Granth Sahib strukturieren, 31 Haupt Raags, 31 Mishrat Raags in 17 Taala, befassen sich mit der Thematik von Trennung, Schmerz, Sehnsucht, Traurigkeit, Schönheit, Freude, Erfüllung und Befreiung. Jede dieser Raag beschreibt und korrespondiert mit einer spezifischen Gefühlsstimmung.

Das Khanda Symbol

Das Khanda ist nach dem Ik Oankar Zeichen ein weiteres wichtiges Symbol in der Sikh Religion. Die Sikh Flagge ist bekannt als Nishan Sahib. Sie beinhaltet das Khanda Zeichen. Die Flagge der Sikhs wurde erstmals 1606 über den Sri Akaal Takht, dem höchsten Sitz der temporalen Sikh Autorität, installiert. Die Nishan Sahib wird auch als "Akal Dhuja", die unsterbliche Flagge und "Satguru ka Nishan", das Zeichen des wahren Gurus, bezeichnet. Das Khanda Zeichen beinhaltet eine Kollektion von vier Waffen. Im Zentrum steht das zweischneidige Schwert, das die kreative Kraft Gottes, das gesamte Universum und das Schicksal des Universums repräsentiert. Das Khanda steht für das göttliche Wissen, seine Klingen trennen die Wahrheit von der Falschheit. Die Bedeutung der zwei Krummschwerter: das erste Schwert steht für die politisch/weltliche Führung (Miri) und das zweite Schwert symbolisiert die spirituelle Kraft und Führung (Piri). Im Inneren der zwei Schwerter um das Khanda befindet sich ein Kreis, der Chakkar genannt wird. Zwischen beiden, Miri und Piri, muss ein Gleichgewicht entstehen, dies wird durch den inneren Kreis symbolisiert. Er umfasst die gesamte göttliche Manifestation und stellt die Anfangs- und Endlosigkeit als auch die Perfektion Gottes und Seiner Zeitlosigkeit dar.

                 

Mool Mantar

Das Mool Mantar (Mool Mantra) beschreibt den transzendentalen omnipräsenten Schöpfergott und fasst die Eigenschaften Gottes zusammen. Das Mool Mantar ist am Eingang des Sri Harmandir Komplex von Ik Oankar bis Nanak hosee bhee sach eingraviert. Das Mool Mantar von "Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach" erhalten die getauften Sikhs in der originalen Amrit Sanchar Taufzeremonie von 1699 in den Khalsa Panth. Der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, legte die Grundlagen für die Sikh Taufe 1699 fest. Dazu gehören die Panj Bania (5 Morgengebete), eine Meditation mit dem Mool Mantar, eine Meditation mit dem Gur Mantar Waheguru, sowie das Abendgebet Rehras Sahib und das Nachtgebet Kirtan Sohila.

Einige neu entstandene Gruppierungen des 20. Jahrhunderts definieren und rezitieren das Mool Mantar bis "Gurprasad". In der traditionellen Gurmat Lehre geht das Mool Mantar von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach. Es gibt Grundlagen in der traditionellen Gurmat Lehre, die von Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus festgelegt worden sind. Von dieser Grundlage haben sich, wie in jeder anderen Religion auch, verschiedene Gruppen und Sekten mit unterschiedlichen Sichtweisen abgespalten. Die alten, traditionsreichen Taksals, wie Bhai Mani Singh Taksal, Baba Deep Singh Damdami Taksal, den Nihang Samparda's, die über 300-450 Jahre alt sind und direkt mit den Sikh Gurus verbunden waren, lehren und bewahren die Gurmat Lehre der Sikh Gurus. Zu ihnen zählen u.a. bekannte Sikh Institutionen, wie die Nanaksar Sampardaye, Bucho Sahib, Rampur Khera, Bhai Daya Singh Sampardaye, Rarewaleh Sampardaye, Hoti Mardan Sampardaye, Mata Kaulan Ji Bhalaayee Kendar u.v.a. Sie lehren das Mool Mantar gemäß der Tradition von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach.

Folgende bekannte Taksals und Samparda's rezitieren das Mool Mantar von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach.

  • Der Taksal von Bhai Mani Singh befindet sich in Sato Wali Ghali. Der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh, diktierte Bhai Mani Singh den gesamten Siri Guru Granth Sahib in Damdama Sahib, Sabo Ki Talwandi auswendig. Bhai Mani Singh war u.a. Haupt-Granthi im Sri Harmandir Sahib in Amritsar. Er war ein berühmter Sikh Gelehrter und Märtyrer (Shaheed). Bhai Mani Singh wurde von den Mogulen lebendig zerhackt, als er die gewünschte Geldsumme, die die Mogulen von ihm verlangten, nicht erbringen konnte. Der Taksal von Bhai Mani Singh wurde auf direkte Anweisung von Guru Gobind Singh gegründet. Seit seiner Entstehung wird dort das Mool Mantar traditionell von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach gelehrt.
  • Baba Deep Singh war der erste Jathedar von Damdami Taksal, der höchsten Schule des Lernens für Santhiya, Gurbani und Sikh Geschichte. In jungen Jahren kam Baba Deep Singh mit Guru Gobind Singh in Kontakt und diente sein ganzes Leben lang loyal dem Guru Haus. Baba Deep Singh kämpfte gemeinsam mit Banda Singh Bahadur in den Schlachten von 1708-1715. Baba Deep Singh war Führer der Misl Shaheedan Tarna Dal. Er zählt zu den berühmtesten Sikh Märtyrern in der Sikh Geschichte. Baba Deep Singh wurde von Guru Gobind Singh beauftragt, den Taksal in Damdama Sahib zu gründen, um dort die Bedeutung von Gurbani und Santhiya, die korrekte Aussprache von Gurbani, zu lehren. Seit Entstehung von Damdami Taksal und ihrem ersten berühmten Jathedar Baba Deep Singh, wird das Mool Mantar traditionell von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach gelehrt. Im Kampf um die Verteidigung des Sri Harmandir Sahib kämpfte Baba Deep Singh mit Pathan Jahan Khan. Während dieses Kampfes schlugen sich beide gleichzeitig die Köpfe mit ihren Schwertern ab. Baba Deep Singh, noch lebend, trug seinen Kopf in der linken Hand und kämpfte mit seinem Schwert in der rechten Hand auf dem Weg in den Parkama des Sri Harmandir Sahib weiter, wo er dann seinen Kopf hinlegte und in Sach Khand, in die höchste Ebene der Wahrheit, in das Reich Gottes, einging.
  • Nirmalas, diese Sampardaye ist bekannt als Bhai Daya Singh Sampardaye, sie geht auf Bhai Daya Singh zurück, einem der originalen Panj Pyare, der von Guru Gobind Singh 1699 getauft worden ist. Bhai Daya Singh teilte die Leitung auf zwei Personen auf:

    a. Baba Seva Singh, von dem die Nanaksar Sampardaye abstammt.
    b. Baba Sobha Singh, von dem die Rarewaleh und die Hoti Mardan Sampardaye abstammen.

    Die Nirmalas zählen zu den intellektuellen und philosophischen Gelehrten in der Interpretation von Gurbani. Zu ihnen zählen u.a.
    Sant Baba Attar Singh Mastuanwaleh, Sant Baba Nand Singh Nanaksarwaleh, Sant Baba Aya Singh Hoti Mardanwaleh, Sant Baba Karam Singh u.a.
  • Die Nihangs sind die Verteidiger und Beschützer des Sikh Glaubens und dessen grundlegendem Wertesystem. In der Militärgeschichte der Sikhs sind sie besonders gewertschätzt. Die Nihangs rezitieren das Mool Mantar von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach. Es gibt den berühmten Nihang Budha Dal, Nihang Tarna Dal, Akali Panth Guru Nanak Dal, die Nihang Sampardaye Baba Bidhi Chand, sowie weitere unterteilte Nihang Regimente. Die Nihangs sind für ihre ausgezeichnete Kampfkunst, Gatka bekannt. Sie sind exzellent im Schwertkampf und in der Reitkunst ausgebildet und verfügen über eine besondere militärische Expertise. Sie fallen durch ihre dunkelblaue Kleidung und ihre kunstvollen Dumalla, "Chand Tora Dumalla" auf. 'Du'bedeutet zwei und das Wort 'Malla' - Tuch, Stoff. Diese besonders schön gewickelten Dastare (Turbane) werden von den Nihang Singhs seit ihrer Entstehung getragen. Ihre Traditionen haben sich während der letzten 300 Jahre nur wenig geändert.
  • Sampardaye Bhai Kanhaiya. Bhai Kanhaiya war ein berühmter Gursikh, der dem Feind auf dem Schlachtfeld Wasser gab. Als die Khalsa Armee das sah, beschwerte sie sich bei Guru Gobind Singh über das Verhalten von Bhai Kanhaiya. Daraufhin befragte Guru Gobind Singh Bhai Kanhaiya, warum er dies tat. Bhai Kanhaiya anwortete:

    Überall, wo ich hinschaue, sehe ich nur Dich mein Herr. Ich sehe überall das Eine Licht Gottes, das in allem existent ist - Ik Noor.
    Guru Gobind Singh erteilte Bhai Kanhaiya die Anweisung, dem Feind auf dem Schlachtfeld nicht nur Wasser zu geben, sondern auch die Wunden mit Salbe und Verbänden zu versorgen. Die Sampardaye Bhai Kanhaiya ist heute gleichbedeutend mit dem Roten Kreuz. Diese Sampardaye rezitiert das Mool Mantar gemäß der originalen Gurmat Tradition von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach. Das Beispiel von Bhai Kanhaiya spiegelt die Gurmat Lehre der Sikh Gurus wieder, die Dualität des Geistes zu transzendieren und in allen Existenzen das göttliche Licht des Schöpfers wahrzunehmen. Bevor Guru Gobind Singh in die Verteidigungskriege ging, verneigte Er sich vor Seinen Opponenten. Jede Manifestation ist von Gott erschaffen und trägt das Licht und die Energie Gottes in sich. Jede Form ist aber vom Bewusstsein her und dem individuellen Karma unterschiedlich entwickelt. Fehlgeleitet durch die Maya (temporäre Erscheinungswelt) und den Panj Chor (Fünf Diebe), kann der Geist von Ignoranz und Arroganz überschattet sein. Die Menschen verletzen die Naturgesetze Gottes und kreieren Unrechtschaffenheit und Unterdrückung. Die Pfeile der Sikh Gurus waren oft mit Goldspitzen versehen, um dem Feind möglichst wenig Schmerzen zu zufügen, um die Blutung zu minimieren. Es heisst, wenn die Sikh Gurus gegen Ihre Oppressoren kämpften und diese im Kampf getötet wurden, dass sie von der Wiedergeburt befreit worden sind. So gross und allumfassend war die Liebe der Sikh Gurus für Gott und Seine Schöpfung, in dem alle, auch die negativen Kräfte, ihre Rolle zu spielen haben.

  • Der Udasi Orden wurde von Baba Sri Chand, dem Sohn von Satguru Nanak Dev, gegründet. Der Orden rezitiert seit seiner Entstehung bis heute traditionell das Mool Mantar von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach.

    Der Bedi Clan sind direkte Nachkommen von Satguru Nanak Dev. Sie residieren in Una Sahib. Während der Zeit des zehnten Sikh Gurus wurde Baba Kaladhar Ji persönlich von Guru Gobind Singh mit Khande di Pahul (Amrit Taufe) getauft und gesegnet. Baba Kaladhar Ji war der Führer des Bedi Clans. Der Bedi Clan rezitiert seither das Mool Mantar von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach.

Gemäß der traditionellen Gurmat Lehre gibt es 5 Haupt Mantar in der Sikhi:
1. Beej Mantar - Ik Oankar
2. Maha Mantar - Ik Oankar bis Gurprasad
3. Mool Mantar - Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach
4. Mala Mantar - Sri Japji Sahib
5. Gur Mantar - Waheguru
Bhai Jagraj Singh über die
5 Haupt Mantar in der Sikhi
Mool Mantar
Gurbani Paath Darpan
Mool Mantar
Gurmat Veechar - AUDIO



ਸਤਿਨਾਮੁ ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ ਨਿਰਭਉ ਨਿਰਵੈਰੁ
ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ ਅਜੂਨੀ ਸੈਭੰ ਗੁਰਪ੍ਰਸਾਦਿ
॥ ਜਪੁ ॥ ਆਦਿਸਚੁ ਜੁਗਾਦਿਸਚੁ ॥
ਹੈਭੀਸਚੁ ਨਾਨਕ ਹੋਸੀਭੀਸਚੁ॥੧॥

Es gibt nur Einen Gott. Ik Oankar
ਸਤਿਨਾਮੁ Sein Name ist Wahrheit.
(Seine Existenz ist wahr)
Satnam
ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ Der Schöpfer aller Manifestationen, alldurchdringend. Karta Purakh
ਨਿਰਭਉ Ohne Furcht. Nirbhau
ਨਿਰਵੈਰੁ Ohne Feindschaft. Nirvair
ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ Der zeitlose Schöpfer ist unsterblich. Akaal Murat
ਅਜੂਨੀ Jenseits von Geburt. Ajuni
ਸੈਭੰ Selbstexistierend, selbsterleuchtend. Saibhang
ਗੁਰਪ੍ਰਸਾਦਿ Realisiert durch die Gnade des wahren Gurus. Gur Prasad
॥ ਜਪੁ ॥ Rezitiere, Chante (Seinen Namen). ॥ Jap ॥
ਆਦਿਸਚੁ Der Schöpfer existierte von Anbeginn. Aad sach
ਜੁਗਾਦਿਸਚੁ Er existierte vor Seiner Schöpfung und in allen vier Zeitaltern. Jugaad sach
ਹੈਭੀਸਚੁ Gott ist hier und jetzt wahr. Hai bhee sach
ਨਾਨਕ ਹੋਸੀਭੀਸਚੁ॥੧॥ Guru Nanak Dev sagt, Gott wird für immer und ewig existent und wahr sein. Nanak hosee bhee sach ॥1॥

Bhai Gurdas - Varan 39, Pauri 1

Bhai Gurdas diente insgesamt vier Sikh Gurus. In Var 39, Pauri 1 erklärt Bhai Gurdas gemäß der Gurmat Lehre das Mool Mantar von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach:

ਏਕੰਕਾਰੁ ਇਕਾਂਗ ਲਿਖਿ ਊੜਾ ਓਅੰਕਾਰੁ ਲਿਖਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੧

ਸਤਿਨਾਮ ਕਰਤਾ ਪੁਰਖੁ ਨਿਰਭਉ ਹੁਇ ਨਿਰਵੈਰੁ ਸਦਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੨

ਅਕਾਲ ਮੂਰਤਿ ਪਰਤਖਿ ਸੋਇ ਨਾਉ ਅਜੂਨੀ ਸੈਭੰ ਭਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੩

ਗੁਰ ਪਰਸਾਦਿ ਸੁ ਆਦਿ ਸਚੁ ਜੁਗਹ ਜੁਗੰਤਰੁ ਹੋਂਦਾ ਆਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੪

ਹੈਭੀ ਹੋਸੀ ਸਚੁ ਨਾਉ ਸਚੁ ਦਰਸਣ ਸਤਿਗੁਰੂ ਦਿਖਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੫

ਸਬਦੁ ਸੁਰਤਿ ਲਿਵਲੀਣੁ ਹੁਇ ਗੁਰੁ ਚੇਲਾ ਪਰਚਾ ਪਰਚਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੬

ਗੁਰੁ ਚੇਲਾ ਰਹਰਾਸਿ ਕਰਿ ਵੀਹ ਇਕੀਹ ਚੜ੍ਹਾਉ ਚੜ੍ਹਾਇਆ। ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੭

ਗੁਰਮੁਖਿ ਸੁਖ ਫਲੁ ਅਲਖ ਲਖਾਇਆ ॥੧॥ ਵਾਰਾਂ ਭਾਈ ਗੁਰਦਾਸ : ਵਾਰ ੩੯ ਪਉੜੀ ੧ ਪੰ. ੮

One Oankar, the primal energy, realized through the grace of divine preceptor Pauri 1 (Invocation). That homogenous supreme reality, God, first was written as numeral one in Mool Mantar, the credal formula and then He was inscribed as Ura syllabe of Gurmukhi, further pronounced as Oankar. Then He was called Satnam, the Truth by Name, Karta Purakh, the creator Lord, Nirbhau, the fearless one, and Nirvair withour rancour. Then emerging as the timeless Akaal Moorat to be called as unborn and self-existent. Realized through the Grace of Guru the divine preceptor, the current of this primeval Truth (God) has continously been moving since before the beginning and throughout the Ages. He is verily the Truth and will continue to be the Truth for ever. The true Guru has made available the glimpse of this Truth. One who merging his consciousness in the Word establishes a relationship of Guru and disciple, only that disciple devoting himself to the Guru and progressing from worldliness attunes his consciousness in and with the Lord. The Gurmukhs have had the glimpse of imperceptible Lord who is the fruit of delights.

Das runde Thaal von Guru Gobind Singh befindet sich in Sri Hazur Sahib, Nanded (Maharashtra). Es zeigt das Mool Mantar von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach.

Auf dem Brustschild von Guru Gobind Singh ist das Mool Mantar von Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach eingraviert. Das Schild ist heute im Moti Bag Museum zu besichtigen.

Am Bein Fluss, wo Satguru Nanak Dev für drei Tage im Fluss entschwand, steht der berühmte Gurudwara Sant Ghat. Über dem Eingang ist das Mool Mantar von 'Ik Oankar bis Nanak Hosee bhee sach' eingemeißelt.

Gur Mantar Waheguru - Waheguru Naam

WAHE: ist der wundervolle Erleuchter und Schöpfer, in Worte nicht zu fassen, jenseits aller Erklärungen, absolute ewige Glückseligkeit, allumfassende Liebe, Stille, Frieden, unsterblich, zeitlos, der Ausdruck der höchsten ewigen transzendentalen Wahrheit.
GURU: Gu bedeutet Dunkelheit, Unwissenheit, Ignoranz, Überschattung, Anhaftung an den relativen Bereich des Lebens (Maya). Ru ist das göttliche Licht, das die Dunkelheit der Ignoranz und Unwissenheit vertreibt und das Bewusstsein mit dem göttlichen Licht von Wahrheit, Wissen und Erkenntnis segnet.

Naam Simran zu praktizieren, bildet laut Satguru Nanak Dev und den Sikh Gurus eine der Hauptgrundlagen im Sikh Glauben, um sich mit der wundervollen All-Seele des Schöpfers zu verbinden. Gursikhs wurden und werden mit Waheguru Naam gesegnet. Dieser Vorgang ist ein Prozess der persönlichen, inneren Erfahrung. In der Amrit Sanchar, der Sikh Taufe, werden die getauften Sikhs (Amritdharis) gemeinsam von den Panj Pyare in das Gur Mantar Waheguru initiiert. Naam ist die Existenz und Realität Gottes, die Grundlage allen Seins. Naam wird im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Schriften ebenfalls als der Eine Name des Herrn beschrieben. Naam ist durchtränkt vom kosmischen Klang (Naad), der sich allen Sikh Gurus und gesegneten Gursikhs in Form des "Gur Mantar Waheguru" in Ihrem eigenen Bewusstsein durch die Gnade des wahren Gurus offenbarte. In der Amrit Taufe erhält der Sikh von den Panj Pyare das Gur Mantar Waheguru.

ਕਹੁ ਨਾਨਕ ਗੁਰਿ ਮੰਤ੍ਰੁ ਦ੍ਰਿੜਾਇਆ ॥
ਕੇਵਲ ਨਾਮੁ ਰਿਦ ਮਾਹਿ ਸਮਾਇਆ ॥੪॥੪੨॥੧੧੧॥
Nanak sagt: Das Gur Mantar ist in mir eingegeben worden.
Dieser Name allein befindet sich in meinem Herzen.
(SGGS, Ang 188)
ਜਪਸਿ ਨਿਰੰਜਨੁ ਰਚਸਿ ਮਨਾ ॥
ਉਖਧ ਮੰਤ੍ਰ ਮੂਲੁ ਮਨ ਏਕੈ ਜੇ ਕਰਿ ਦ੍ਰਿੜੁ ਚਿਤੁ ਕੀਜੈ ਰੇ ॥
Meditiere auf den makellosen Herrn und durchtränke deinen Geist mit Ihm.
Oh Geist, es gibt nur eine Medizin, ein Mantra und eine Heilung, fokussiere dein ganzes Bewusstsein fest auf den Einen Herrn.
(SGGS, Ang 156)
ਮਿਲੁ ਸਾਧਸੰਗਤਿ ਭਜੁ ਕੇਵਲ ਨਾਮ
Schliesse Dich der Saadh Sangat, der Gesellschaft der Heiligen an und meditiere über den Juwelen des Namen.
(SGGS, Ang 12)
ਹਰਿ ਨਾਮਦ਼ ਵਣੰਜੜਿਆ ਰਸਿ ਮੋਲਿ ਅਪਾਰਾ ਰਾਮ ॥
Ich habe den Namen des Herrn erworben, Seine Süsse, Sein Wert sind unbeschreiblich.
(SGGS, Ang 436)
ਏਕੋ ਨਾਮੁ ਨਿਧਾਨੁ ਪੰਡਿਤ ਸੁਣਿ ਸਿਖੁ ਸਚੁ ਸੋਈ ॥
Der Eine Name ist der wahre Schatz, der wahre Reichtum, Oh Pandit höre auf diese wahren Lehren.
(SGGS, Ang 492)
ਗੁਰਿ ਪੂਰੈ ਹਰਿ ਨਾਮੁ ਦਿੜਾਇਆ ਜਿਨਿ ਵਿਚਹੁ ਭਰਮੁ ਚੁਕਾਇਆ ॥
ਹਉਮੈ ਮਾਰਿ ਏਕ ਲਿਵ ਲਾਗੀ ਅੰਤਰਿ ਨਾਮੁ ਵਸਾਇਆ ॥
Der perfekte Guru hat den Namen des Herrn mir gegeben. Er hat meine Zweifel von innen aufgelöst.
... Ich bleibe liebevoll auf den Einen Herrn eingestimmt. Naam, der Name des Herrn wohnt in mir.
(SGGS, Ang 1424)
ਕਰਮ ਧਰਮ ਅਨੇਕ ਕਿਰਿਆ ਸਭ ਊਪਰਿ ਨਾਮੁ ਅਚਾਰੁ ॥੨॥
Die vielen religiösen Rituale, gute Taten des Karmas und die dharmische Anbetung, über alledem steht Naam, der Name des Herrn.
(SGGS, Ang 405)
ਮੇਰੈ ਹੀਅਰੈ ਰਤਨੁ ਨਾਮੁ ਹਰਿ ਬਸਿਆ ਗੁਰਿ ਹਾਥੁ ਧਰਿਓ ਮੇਰੈ ਮਾਥਾ ॥
ਜਨਮ ਜਨਮ ਕੇ ਕਿਲਬਿਖ ਦੁਖ ਉਤਰੇ ਗੁਰਿ ਨਾਮੁ ਦੀਓ ਰਿਨੁ ਲਾਥਾ ॥੧॥
Der Juwel von Gottes Namen ist in meinem Herzen; der Guru hat Seine Hand auf meine Stirn gelegt. Die Sünden und Schmerzen unzähliger Inkarnationen sind vertrieben worden. Der Guru hat mich mit Naam, dem Namen des Herrn, gesegnet, meine Schulden sind beglichen.
(SGGS, Ang 696)

In Gauri Sukhmani steht geschrieben:
ਜਹ ਮਾਤ ਪਿਤਾ ਸੁਤ ਮੀਤ ਨ ਭਾਈ ॥ ਮਨ ਊਹਾ ਨਾਮੁ ਤੇਰੈ ਸੰਗਿ ਸਹਾਈ ॥ ਜਹ ਮਹਾ ਭਇਆਨ ਦੂਤ ਜਮ ਦਲੈ ॥ ਤਹ ਕੇਵਲ ਨਾਮੁ ਸੰਗਿ ਤੇਰੈ ਚਲੈ ॥ ਜਹ ਮੁਸਕਲ ਹੋਵੈ ਅਤਿ ਭਾਰੀ ॥
ਹਰਿ ਕੋ ਨਾਮੁ ਖਿਨ ਮਾਹਿ ਉਧਾਰੀ ॥ ਅਨਿਕ ਪੁਨਹਚਰਨ ਕਰਤ ਨਹੀ ਤਰੈ ॥ ਹਰਿ ਕੋ ਨਾਮੁ ਕੋਟਿ ਪਾਪ ਪਰਹਰੈ ॥ ਗੁਰਮੁਖਿ ਨਾਮੁ ਜਪਹੁ ਮਨ ਮੇਰੇ ॥ ਨਾਨਕ ਪਾਵਹੁ ਸੂਖ ਘਨੇਰੇ ॥੧॥

Wo es keine Mutter, Vater, Kinder, Freunde oder Geschwister gibt, Oh mein Geist, wird der Name des Herrn bei dir sein und dir Hilfe und Unterstützung geben. Wo der grosse und schreckliche Bote des Todes versuchen wird, dich zu vernichten, da wird nur Naam mit dir gehen. Wo Schwierigkeiten und Hindernisse unerträglich schwer sind, wird der Name des Herrn dich in einem Augenblick retten. Mit der Durchführung unzähliger religiöser Rituale wirst du nicht gerettet werden. Der Name des Herrn wäscht Millionen von Sünden ab. Als Gurmukh, rezitiere den Naam, Oh mein Geist. Oh Nanak, Du wirst unzählige Freuden erhalten.

Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus beschreiben im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten, dass der Gottsuchende sich mit Naam, der göttlichen Existenz, in Form des Gur Mantar Waheguru verbinden sollte, um in diesem Leben die Verbindung mit dem allmächtigen Schöpferherrn herzustellen. Der Guru ist das Boot, das die Individual Seele über den Weltozean der illusionären Scheinwelt, Maya bringt. Das Einswerden mit dem wundervollen Schöpfer geschieht durch Seine Liebe und Gnade. Der Schöpfer hat zahlreiche Namen, mit denen Er von Seinen Anhängern angerufen und angebetet wird. Gemäß der Gurmat Lehre von Satguru Nanak Dev wird Gott im Sikh Glauben mit dem Einen Namen mit dem Gur Mantar Waheguru adressiert.

Satguru Nanak Dev lehrt in Siri Raag, SGGS Ang 72:
ਏਕੋ ਨਾਮੁ ਹੁਕਮੁ ਹੈ ਨਾਨਕ ਸਤਿਗੁਰਿ ਦੀਆ ਬੁਝਾਇ ਜੀਉ ॥੫॥
Der Eine Name ist das Gebot, die Anweisung des Herrn. Oh Nanak, der Wahre Guru hat mir dieses Verständnis gegeben.

Bhai Gurdas in Vārān 13, Pauri 2:
ਵਾਹਿਗੁਰੂ ਗੁਰਮੰਤ੍ਰ ਹੈ ਜਪਿ ਹਉਮੈ ਖੋਈ।
Waheguru ist Gur Mantar, durch meditieren darauf wird das Ego ausgelöscht.
Bhai Gurdas in Vārān 24, Pauri 1:
ਸਤਿ ਰੂਪੁ ਸਤਿਨਾਮੁ ਕਰਿ ਸਤਿਗੁਰ ਨਾਨਕ ਦੇਉ ਜਪਾਇਆ।
ਧਰਮਸਾਲ ਕਰਤਾਰ ਪੁਰੁ ਸਾਧਸੰਗਤਿ ਸਚਖੰਡ ਵਸਾਇਆ।
ਵਾਹਿਗੁਰੂ ਗੁਰ ਸਬਦੁ ਸੁਣਾਇਆ ॥੧॥
Der wahre Guru Nanak Dev inspirierte die Menschen, sich an den wahren Namen des Herrn zu erinnern, dessen Form die Wahrheit ist. Er gründete Dharamsala, den Platz der Rechtschaffenheit in Kartarpur. Dieser Platz, von der Wahrheit bewohnt, wurde der Aufenthaltsort der Heiligen Versammlung (der Sikhs). Guru Nanak segnete die Menschen mit dem Wort "Waheguru" (Naam).

Gurbani, das direkte Wort des formlosen Schöpfers, Waheguru Naam, die Sikh Gebete und die Saadh Sangat haben eine tiefe Bedeutung im Sikh Glauben. Sie geben den Sikhs die Kraft, das Vertrauen, die Stärke und Ausdauer, die bindenden Einflüsse der Maya und ihre Botschafter, die fünf Feinde, zu überwinden. Das Gur Mantar Waheguru wird hier das Gefährt, um sich mit Gott direkt zu verbinden.

Der Name Waheguru wird das Instrument um Gott, den Herrn, zu realisieren. In Raag Bhairon betont Guru Arjan Dev, dass der Name dieselbe Intensität von Wahrheit und Qualität in sich trägt, wie die Realität Gottes, die göttliche Substanz Naam selbst. Um die Beziehung der menschlichen Seele mit ihrem Schöpfer herzustellen, haben die Sikh Gurus den Kanal des göttlichen Namens in Form des Gur Mantar Waheguru der Menschheit zur Verfügung gestellt. Der Schüler und Suchende, der diesen göttlichen Namen annimmt, mit Naam durch den wahren Guru und durch die Panj Pyare gesegnet wird, kann sich mit der kosmischen All-Seele des Schöpfers direkt verbinden.

Innere Erkenntnis, das Leben in Demut, Mitgefühl, Gottesfurcht, Liebe, Aufrichtigkeit, Natürlichkeit, Hilfsbereitschaft, Stärke, Mut, Brüderlichkeit und Vergebung zu leben, ist die Aufgabe eines jeden Sikhs. Alle Tugenden kommen, wie Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus immer wieder im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten betonen, aus NAAM, aus dem göttlichen Ursprung allen Seins, aus den Qualitäten Gottes, aus Seinem Einen Namen. Ein moral-ethisch auf Gott ausgerichtetes Leben in der Sikh Religion wächst demnach aus dem sich konstanten Verbinden mit Guru/Gott durch Naam Japo & Naam Simran, durch das Lesen, Rezitieren, Beten und Singen der Gurbani dem Heiligen Wort, Seva, dem selbstlosen Dienen und der Saadh Sangat, der Heiligen Versammlung.

Mehr Information finden Sie unter: 'Gur Mantar Waheguru'

(Auszug von: www.sikh-religion.de)

Maya - die temporäre Erscheinungswelt

Maya wird als eine temporäre Illusion, vergängliche Erscheinungswelt und Unwirklichkeit definiert. Sie ist eine der grundlegendsten Ablenkungen bei dem Vorhaben Gott zu erreichen. Dort, wo weltliche Anziehung und Verhaftung den Menschen an den vergänglichen Bereich der Existenz binden und überschatten, wird der Suchende im Prozess der Hingabe zu Gott aufgehalten. Satguru Nanak Dev betont, dass die Maya nicht als eine Referenz zur Unwirklichkeit der Welt anzusehen sei, sondern aufgrund ihrer Qualitäten, Eigenschaften und Einflüsse, die sie repräsentiert. Sobald der Mensch von Gott, sich vom Namen Gottes getrennt hat, kann der Einfluss der Maya und die der fünf Diebe auf das Individuum noch stärker ausgeübt werden. Der Geist ist in der mondänen Erscheinungswelt gebunden. Infolgedessen akkumuliert der Mensch neues Karma und der Kreislauf von Geburt und Tod kann nicht durchbrochen werden. Der Siri Guru Granth Sahib erklärt auf Ang 1031 die fünf Elemente der Schöpfung, die Panj Tattva: Ap-Wasser, Tej-Feuer, Vaaye-Luft, Pirthmi-Erde und Akash-Äther. Gott hat die Maya, die temporäre Erscheinungswelt erschaffen, aus ihr gehen die 3 Qualitäten, die drei Gunas: Tamas, Rajas und Sattva hervor. Sie wirken als materielle Natur durch den gesamten Schöpfungsmechanismus hindurch. Die Eigenschaften der Maya und die fünf Diebe binden und überschatten jeden Menschen.

ਰਜ ਗੁਣ ਤਮ ਗੁਣ ਸਤ ਗੁਣ ਕਹੀਐ ਇਹ ਤੇਰੀ ਸਭ ਮਾਇਆ ॥
ਚਉਥੇ ਪਦ ਕਉ ਜੋ ਨਰੁ ਚੀਨ੍ਹ੍ਹੈ ਤਿਨ੍ਹ੍ਹ ਹੀ ਪਰਮ ਪਦੁ ਪਾਇਆ ॥੨॥:
Rajas, die Qualität von Energie und Aktivität, Tamas, die Qualität von Dunkelheit und Trägheit und Sattva, die Qualität von Reinheit und Licht, werden alle als die Kreation der Maya beschrieben, Deine Illusion.
Die Person, die den vierten Bewusstseinszustand verwirklicht, sie allein erlangt den höchsten Zustand.
(SGGS, Ang 1123)

Gott selbst hat die Maya, die materielle Natur und das Spiel der Kräfte, erschaffen. Im folgenden werden die Qualitäten von Gott, der absoluten ewig-existierenden Realität und der Maya, dem relativen, vergänglichen Bereich der Existenz gegenüber gestellt.

MAYA GOTT
Asat = ist nicht wahr. Sat = Gott ist wahr.
Jarh = tote Entität, vergänglich, nicht beständig. Chit = Gott ist ewig existent.
Dukh = Leid, Kummer, Sorgen und Schmerzen. Anand = Gott ist ewige Glückseligkeit, Anand, Bliss, unbegrenzte Freude, Liebe, Stille, Frieden.

Die vier Schichten der Persönlichkeit (Antischkarm), die Akaal Purakh Waheguru, Gott, verdecken sind:

Man Geist
Budh Intellekt, Wissen, Unterscheidungskraft.
Chit Speicher von Erfahrungen, Zweifel, Probleme.
Ahankar, Haumai Ego - Ich Bewusstsein.

Wenn diese vier Ebenen der individuellen Persönlichkeit transzendiert werden, ist der Zustand von Brahm Gian, von Sehaj Avastha erreicht.

Fünf Diebe - Panj Chor

Im Sikh Glauben sind die Einflüsse von Lust, Zorn, Gier, emotionale/materielle Anhaftung und Ego als die Fünf Diebe bekannt, von denen man weiss, dass sie den Weg zu Gott erschweren. Die Welt befindet sich im Zyklus des Kali Yuga, eines von vier Zeitaltern. Das Kali Yuga ist das Zeitalter der Dunkelheit und Ignoranz, wo die Welt und das menschliche Bewusstsein durch die Liebe zur Dualität, Bindung und Anhaftung an den relativen Bereich der Existenz, die Einheit mit Gott verhindert. Der menschliche Geist befindet sich in der Illusion von Gott getrennt zu sein.

  • Kaam - Lust
  • Krodh - Wut/Zorn
  • Lobh - Gier
  • Moh - Emotionale/materielle Anhaftung
  • Ahankar/Haumai - Ego


Fünf Tugenden

Die Fünf Tugenden werden durch die Verankerung im Namen Gottes Waheguru, durch Liebe und Hingabe zu Gott, dem sich stetigen Verbinden mit Gurbani, Seva, Shabad Kirtan, der Saadh Sangat und durch aufrichtiges Bemühen belebt. Durch das kraftvolle Wort des Shabad wird der Geist gereinigt und die operierenden Kräfte, die fünf Feinde werden schrittweise transformiert. Sikhi ist ein Weg der persönlichen Erfahrung von der ewigen Wahrheit Gottes, die in der Individual Seele zu erstrahlen beginnt.

  • Sat - Wahrhaftigkeit
  • Daya - Mitgefühl
  • Santokh - Zufriedenheit
  • Nimrata - Demut, Wohlwollen, Bescheidenheit
  • Pyar - Liebe zu Gott



Überwindung der Maya

Das Schicksal der Menschen, die den Fünf Dieben (Panj Chor), den Eigenschaften der Maya ständig ausgeliefert sind, resultiert in der Trennung zu Gott, was zu Dualität, Verlust von Seelenfrieden, Liebe, Mitgefühl, Respekt und Rechtschaffenheit führt. Handlungen, die sich gegen das göttliche Naturgesetz richten, häufen auf individueller, als auch auf kollektiver Ebene neues Karma an. Um den schwer zu kontrollierenden Geist zu bändigen, ihn von den Millionen von Eindrücken der Lebenszyklen zu reinigen, ihn von der Anhaftung an die Maya zu befreien, wird dem Aspiranten im Sikh Glauben das Wort des Shabad, Gurbani, die Saadh Sangat, Seva und die Rezitation, Meditation mit dem Gur Mantar Waheguru gelehrt. Der Eine Name Gottes, das Mantra Gottes, 'Waheguru Naam' wird als Medizin verschrieben.

ਮੰਤ੍ਰੁ ਤੰਤ੍ਰੁ ਅਉਖਧੁ ਪੁਨਹਚਾਰੁ ॥ ਹਰਿ ਹਰਿ ਨਾਮੁ ਜੀਅ ਪ੍ਰਾਨ ਅਧਾਰੁ ॥
Naam ist die alles heilende Medizin und Naam ist der Akt der Wiedergutmachung. Der Name des Herrn, Gott, Gott, ist die Unterstützung der Seele und der Atem des Lebens.
(SGGS, Raag Gauri, Ang 184)
ਹਰਿ ਕਾ ਨਾਮੁ ਅੰਮ੍ਰਿਤੁ ਹੈ ਦਾਰੂ ਏਹੁ ਲਾਏਹੁ ॥
Der Name des Herrn ist Amrit. Nimm diese heilende Medizin.
(SGGS, Ang 554)
ਮਨਸਾ ਮਾਰਿ ਦੁਬਿਧਾ ਸਹਜਿ ਸਮਾਣੀ ਪਾਇਆ ਨਾਮੁ ਅਪਾਰਾ ॥
ਹਰਿ ਰਸੁ ਚਾਖਿ ਮਨੁ ਨਿਰਮਲੁ ਹੋਆ ਕਿਲਬਿਖ ਕਾਟਣਹਾਰਾ ॥੨॥
Ich habe meine Wünsche und die Dualität besiegt. Ich bin mit dem himmlischen Frieden verschmolzen. Ich habe Naam, den Namen des unendlichen Herrn gefunden.
(SGGS, Ang 603)
ਹਰਿ ਕਾ ਨਾਮੁ ਅੰਮ੍ਰਿਤ ਜਲੁ ਨਿਰਮਲੁ ਇਹੁ ਅਉਖਧੁ ਜਗਿ ਸਾਰਾ
Der Amrit Name des Herrn, das makellose, unbefleckte Wasser von Gottes Namen, ist die beste Medizin in der Welt.
(SGGS, Ang 659)

Mit der liebevollen und aufmerksamen Rezitation des Gur Mantar Waheguru beginnt der Geist eine Verbindung zur universellen Schöpfungsquelle aufzubauen. Der Geist beginnt sich zu reinigen, sich nach Gott zu sehnen. Er nimmt die Existenz und die Qualitäten des Schöpfers immer mehr im eigenen Bewusstsein auf. Die Liebe zum Schöpfer nimmt dabei stetig zu und der Transformationsprozess der Individual Seele nimmt ihren Lauf. Der Geist hat die Aufgabe, die Dualität zu transzendieren und die alles zugrunde liegende Einheit Gottes in allem wahrzunehmen. Die Sikh Gurus haben ein tiefgründiges System entwickelt, um in diesem Zeitalter die Individual Seele auf ihren Weg zu Gott zu beschützen.

Die Saadh Sangat

Ein Leben in Hingabe an Waheguru zu leben, eine optimistische und ungebundene Grundeinstellung Chardi Kala zu bewahren, den Willen Gottes anzunehmen und sich stets an Gott zu erinnern, geben dem Sikh die Kraft, die Einflüsse der Fünf Feinde und die Bindung an die Maya schrittweise aufzulösen. Die Sikh Gurus betonen stets die Wichtigkeit der Saadh Sangat. Die Transformation der Individual Seele findet durch Waheguru Naam, Gurbani, Shabad Kirtan, Seva und in der Heiligen Versammlung, in der Saadh Sangat statt. Die Sikhs verbinden sich in der Saadh Sangat direkt mit Gott, Guru und Gurbani. Hier wird das Wort, das Wissen, der Name und die Existenz Gottes gelobpreist, besungen und darauf meditiert. Satguru Nanak Dev's Ideal ist das Öffnen des Selbst zum göttlichen Namen und die Anpassung an das Dharam, der Rechtschaffenheit. Dies ist die göttliche Anweisung von Akaal Purakh Waheguru. Satguru Nanak Dev beschreibt das Ergebnis der disziplinierten Anwendung von Naam Simran als ein Wachsen in Richtung Gott, um sich mit der absoluten Wahrheit zu verbinden.

Der Heilige Guru Granth Sahib offenbart
ਮਿਲੁ ਸਾਧਸੰਗਤਿ ਭਜੁ ਕੇਵਲ ਨਾਮ ॥੧॥
Schliesse Dich der Saadh Sangat an, die Gesellschaft der Heiligen; vibriere und meditiere über den Juwelen des Namen.
(SGGGS, Ang 12)
ਬਿਨੁ ਸੰਗਤਿ ਸਾਧ ਨ ਧ੍ਰਾਪੀਆ ਬਿਨੁ ਨਾਵੈ ਦੂਖ ਸੰਤਾਪੁ ॥
Ohne die Saadh Sangat, die Gesellschaft der Heiligen, wird er (der Mensch, sein Geist) nicht zufriedengestellt sein. Ohne den Namen erleiden alle Kummer und Sorgen.
(SGGS, Ang 20)
ਬਿਸ੍ਰਾਮ ਪਾਏ ਮਿਲਿ ਸਾਧਸੰਗਿ ਤਾ ਤੇ ਬਹੁੜਿ ਨ ਧਾਉ ॥੧॥
Seit ich mich der Gesellschaft der Heiligen angeschlossen habe, habe ich Frieden und Ruhe gefunden. Ich werde von dort nicht mehr weggehen.
(SGGS, Ang 818)
ਸਤਸੰਗਤਿ ਸਤਗੁਰੁ ਪਾਈਐ ਅਹਿਨਿਸਿ ਸਬਦਿ ਸਲਾਹਿ ॥੧॥ ਰਹਾਉ ॥
Der wahre Guru ist in der Saadh Sangat zu finden, der wahren Versammlung. Tag und Nacht lobe das Wort Seines Shabad.
(SGGS, Ang 22)

Wenn Sikhs in den Gurudwara kommen, verneigen sie sich vor dem Heiligen Guru Granth Sahib mit der Stirn auf den Boden. Diese Verneigung drückt größten Respekt, Liebe und Hingabe aus. Es ist ein Symbol die Allmacht, Größe und Schönheit Gurus/Gottes anzuerkennen. Es ist das Einverständnis, sich vor der Gurbani, dem direkten Wort des formlosen Schöpfers, zu verneigen und dem Ewigen Shabad Guru zu folgen. Die Sikhs verneigen sich vor den zehn Sikh Gurus und den Heiligen, die im Heiligen Guru Granth Sahib manifest existieren. Der Reine Shabad Guru stellt die höchste ewig-gültige Wahrhaftigkeit und Realität Gottes in Form Seines Wortes dar. Die Verneigung beinhaltet ebenfalls die fünf Diebe (Lust, Wut, Gier, Anhaftung und Ego), die zur materiellen Natur der Schöpfung (Maya) gehören, vor Gott, dem Absoluten zu opfern. Die Verneigung mit der Stirn auf dem Boden ist als 'Matha Taykna' bekannt. Der Siri Guru Granth Sahib offenbart, dass das gute Schicksal eines Menschen auf seiner Vorderstirn geschrieben steht, wenn er/sie auf den Wahren Guru trifft.

ਸ੍ਰਵਨੀ ਕਥਾ ਨੈਨ ਦਰਸੁ ਪੇਖਉ ਮਸਤਕੁ ਗੁਰ ਚਰਨਾਰੀ ॥੪॥੨॥੧੨੨॥
Höre das Wort, die Predigt Gottes mit Deinen Ohren, und behalte die gesegnete Vision von Seinem Darshan mit Deinen Augen, lege Deine Vorderstirn auf die Füße des Gurus.
(SGGS, Ang 401)
ਅਗਮ ਅਗੋਚਰੁ ਦਰਸੁ ਤੇਰਾ ਸੋ ਪਾਏ ਜਿਸੁ ਮਸਤਕਿ ਭਾਗੁ ॥
Die gesegnete Vision Deines Darshan ist unerreichbar und nicht zu verstehen, derjenige, der sie erhält, hat ein solch' gutes Schicksal auf seiner Vorderstirn geschrieben.
(SGGS, Ang 406)
ਜਿਨ ਮਸਤਕਿ ਧੁਰਿ ਹਰਿ ਲਿਖਿਆ ਤਿਨਾ ਸਤਿਗੁਰੁ ਮਿਲਿਆ ਰਾਮ ਰਾਜੇ ॥
Diejenigen, die ein gesegnetes, vorgeschriebenes Schicksal von Gott auf ihrer Vorderstirn geschrieben bekommen haben, treffen den Wahren Guru, den Herrn, König.
(SGGS, Ang 450)
ਜੋ ਤੁਮਰਾ ਜਸੁ ਕਹਤੇ ਗੁਰਮਤਿ ਤਿਨ ਮੁਖ ਭਾਗ ਸਭਾਗੇ ॥੧॥ ਰਹਾਉ ॥
Diejenigen, die Deine Lobpreisungen rezitieren, durch die Lehre des Gurus, Gurmat, haben ein großes, positives Glück auf ihrer Vorderstirn stehen.
(SGGS, Ang 527)
ਨਾਮੁ ਗੁਰਿ ਦੀਓ ਹੈ ਅਪੁਨੈ ਜਾ ਕੈ ਮਸਤਕਿ ਕਰਮਾ ॥
ਨਾਮੁ ਦ੍ਰਿੜਾਵੈ ਨਾਮੁ ਜਪਾਵੈ ਤਾ ਕਾ ਜੁਗ ਮਹਿ ਧਰਮਾ ॥੧॥
Mein Guru gibt den Naam, den Namen des Herrn für die, die ein solches Karma auf ihrer Vorderstirn geschrieben haben. Er pflanzt den Namen ein und inspiriert uns, den Naam zu rezitieren, dies ist Dharma, die wahre Religion in dieser Welt.
(SGGS, Ang 680)

Die vier Lebensquellen der Schöpfung - Char Khani

  • 1. Andaj: Leben geboren aus dem Ei.
  • 2. Jeraj: Leben geboren aus dem Mutterleib, Placenta, Geburtskanal.
  • 3. Setaj: Leben geboren aus (körperlichen) Absonderungen wie Schweiss, Hitze, Mikroben, Bakterien.
  • 4. Utbhuj: Leben geboren von der Erde, Vegetation, Pflanzen etc.
ਅੰਡਜ ਜੇਰਜ ਉਤਭੁਜ ਸੇਤਜ ਤੇਰੇ ਕੀਤੇ ਜੰਤਾ ॥
Die Geschöpfe geboren aus Eiern, geboren vom Mutterleib, geboren aus der Erde, geboren vom Schweiss, sind alle von Dir erschaffen.
(SGGS, Ang 596)
ਅੰਡਜ ਜੇਰਜ ਸੇਤਜ ਉਤਭੁਜ ਸਭਿ ਵਰਨ ਰੂਪ ਜੀਅ ਜੰਤ ਉਪਈਆ ॥
Leben ist geboren aus dem Ei, vom Mutterleib, aus Schweiss und von der Erde; Gott kreierte die Geschöpfe und Wesen in allen Farben und Formen.
(SGGS, Ang 835)
ਅੰਡਜ ਜੇਰਜ ਸੇਤਜ ਉਤਭੁਜ ਘਟਿ ਘਟਿ ਜੋਤਿ ਸਮਾਣੀ ॥
Sein Licht erfüllt jedes Herz, die aus Eiern geboren sind, vom Mutterleib, aus dem Schweiss und von der Erde.
(SGGS, Ang 1110)
ਲਖ ਚਉਰਾਸੀਹ ਜਿਨਿ ਸਿਰੀ ਸਭਸੈ ਦੇਇ ਅਧਾਰੁ ॥
Der Schöpfer hat die 8.4 Millionen Arten von Geschöpfen erschaffen. Er unterstützt und erhält sie alle.
(SGGS, Ang 27)
ਲਖ ਚਉਰਾਸੀਹ ਤਰਸਦੇ ਜਿਸੁ ਮੇਲੇ ਸੋ ਮਿਲੈ ਹਰਿ ਆਇ ॥
Die 8.4 Millionen Arten von Wesen sehnen sich alle nach dem Herrn. Diejenigen, die Er vereint, werden mit ihm, Gott vereinigt.
(SGGS, Ang 29)
ਸਚ ਖੰਡਿ ਵਸੈ ਨਿਰੰਕਾਰ ॥ ਕਰਿ ਕਰਿ ਵੇਖੈ ਨਦਰਿ ਨਿਹਾਲ ॥
Im Reich der Wahrheit befindet sich der formlose Schöpfer. Nachdem er die Schöpfung erschuf, wacht er über sie. Durch Seinen barmherzigen Blick der Gnade verleiht er das Geschenk von Freude und Glück.
(SGGS, Ang 8)

Karma ਕਰਮ - Das Gesetz von Ursache und Wirkung

Jeder Mensch ist aufgrund seiner Taten und Handlungen, die er vollzieht, an den Auswirkungen und Folgen gebunden. Dies wird mit dem Gesetz von Ursache und Wirkung, der Karmatheorie, im Sikh Glauben beschrieben. Karma ist das ausgleichende Gesetz für die evolutionäre Entwicklung der Einzel-Seele. Alle Eindrücke, alle Taten, ob positiv oder negativ, werden in der Individual Seele gespeichert. Welche Taten und Handlungen ein Mensch auch immer vollzieht haben eine Auswirkung auf individueller als auch auf kollektiver Ebene. Das Konzept des Karmas wird von Religionen des Buddhismus, Hinduismus, Jainismus und dem Sikhismus geteilt.

ਜੇਵੇਹੇ ਕਰਮ ਕਮਾਵਦਾ ਤੇਵੇਹੇ ਫਲਤੇ ॥
Man erhält die Früchte gemäß der Taten, die man tut.
(SGGS, Ang 317)
ਕਰਮ ਧਰਤੀ ਸਰੀਰੁ ਜੁਗ ਅੰਤਰਿ ਜੋ ਬੋਵੈ ਸੋ ਖਾਤਿ ॥
Der Körper ist das Feld von Karma in diesem Zeitalter, was auch immer Du säst, wirst Du ernten.
(SGGS, Ang 78)
ਦੁਖੁ ਸੁਖੁ ਦੀਆ ਜੇਹਾ ਕੀਆ ਸੋ ਨਿਬਹੈ ਜੀਅ ਨਾਲੇ
Gott verleiht Schmerz und Freude, gemäß der Taten, die das Individuum vollzogen hat. Die Aufzeichnung dieser Handlungen und Taten bleiben bei der Seele.
(SGGS, Ang 581)

Im Sikh Glauben werden drei Formen von Karma beschrieben:

  • Sanchit: Karma, dass wir über viele Leben angesammelt haben.
  • Paralabdh: Karma, dass wir in dieses Leben mitbringen.
  • Kiriaman: Das gegenwärtige Karma, welches aus den neuen Handlungen entsteht.

Im Sikhismus kann das Karma durch das Konzept von Gottes Gnade Nadar, Mehar, Kirpa, Karam verändert werden.

Nadar ਨਦਰਿ bedeutet übersetzt, in Seinem, Gottes barmherzigen Blick zu sein. Das Wort Nadar stammt vom arabischen Wort Nazar ab und bedeutet 'Blick, Gunst'. Das Fundament von Nadar ist, das der allmächtige, barmherzige Schöpfergott Seine Schöpfungen jederzeit beeinflussen und ändern kann, und somit auch das Karma des Individuum, wenn dies Sein Wille ist. Die Sikh Gurus akzeptierten die Lehre vom Karma nicht als ein unveränderliches Gesetz, sondern als ein System der Natur, das dem Hukam, dem Willen Gottes und Nadar, der göttlichen Gnade, unterworfen liegt. Satguru Nanak Dev fügte diese zwei Komponenten zum Konzept der Karma Lehre der östlichen Religionen hinzu. Das regulierende göttliche Gesetz von Ursache und Wirkung - Karma, kann demzufolge "nur" durch die Gnade Gottes (Nadar) abgemildert oder ausser Kraft gesetzt werden, wenn dies Sein Wille ist. Gurbani lehrt, dass der Mensch sein Karma in vielen Lebenszyklen selbst erschuf und das dieses Karma abgearbeitet und ausgeglichen werden muss. Gott wird dem Individuum die Kraft dazu geben, es durchzustehen. Dem Konzept von Nadar liegt zugrunde, dass Akaal Purakh Waheguru auf die tiefen und aufrichtigen Gebete, auf die Liebe Seiner Menschenkinder reagiert, die Ihn um Seine Gnade und um Vergebung bitten. In den Heiligen Hymnen des Siri Guru Granth Sahib betonen die Sikh Gurus, wie unentbehrlich die Gnade Gottes in der spirituellen Suche und Entwicklung der Einzel-Seele ist.

Die folgenden Begriffe, die das Konzept von Nadar, die Gnade Gottes ausdrücken, sind:

  • Mehar - Liebe, Gunst, Gnade
  • Kirpa - Segen, Gnade, Zärtlichkeit
    (Kirpa Katakh - Blick oder Gnadengabe)
  • Karam - Gunst und Gnade
  • Bakhshish - Segen, Gabe, Geschenk, Bewilligung Seiner Gnade
Satguru Nanak Dev lehrt:
ਕਰਮੀ ਆਵੈ ਕਪੜਾ ਨਦਰੀ ਮੋਖੁ ਦੁਆਰੁ ॥
Der Körper wird aufgrund von Karma geboren, aber Erlösung wird nur durch die Gnade Gottes erreicht.
(SGGS, Ang 2)
ਗੁਰ ਕਾ ਸਬਦੁ ਕਾਟੈ ਕੋਟਿ ਕਰਮ ॥੩॥੧॥:
Der Shabad Guru vernichtet Millionen von Karma.
(SGGS, Ang 1195)
ਕਰਮ ਧਰਮ ਅਨੇਕ ਕਿਰਿਆ ਸਭ ਊਪਰਿ ਨਾਮੁ ਅਚਾਰੁ ॥੨॥
Die vielen religiösen Rituale, gute Taten des Karmas und die dharmische Anbetung - über alledem steht Naam, der Name des Herrn.
(SGGS, Ang 405)
ਕਰਮ ਭੂਮਿ ਹਰਿ ਨਾਮੁ ਬੋਇ ਅਉਸਰੁ ਦੁਲਭਾਇਆ ॥੨॥
Auf dem Gebiet der Handlungen und Karma pflanze den Namen des Herrn, diese Gelegenheit ist so schwer zu erlangen.
(SGGS, Ang 812)

Auf Gottes Identität zu meditieren, sich mit Gurbani, dem direkten Wort des formlosen Schöpfers zu verbinden, beten, rezitieren, die Lobpreisungen Gottes singen, Seva praktizieren, gute und noble Handlungen vollziehen, baut positives Karma auf und gleicht das negative angesammelte Karma aus.

Reinkarnation & die Fünf Reiche - Panj Khand

Im Sri Japji Sahib, das von Satguru Nanak Dev offenbart wurde, werden die fünf Reiche (Ebenen) beschrieben, die die Individual Seele in Ihrer Evolution durchläuft, um sich aus dem Rad der Wiedergeburt, der Reinkarnation herauszulösen.

ਲਖ ਚਉਰਾਸੀਹ ਭ੍ਰਮਤਿਆ ਦੁਲਭ ਜਨਮੁ ਪਾਇਓਇ ॥
Durch 8,4 Millionen Inkarnationen bist du gewandert, um dieses seltene und wertvolle menschliche Leben zu erhalten.
(SGGS, Ang 50)
ਲਖ ਚਉਰਾਸੀਹ ਫੇਰੁ ਪਇਆ ਬਿਨੁ ਸਬਦੈ ਮੁਕਤਿ ਨ ਪਾਏ ॥
Sie wandern durch den Zyklus von 8,4 Millionen Reinkarnationen; ohne den Shabad erreichen sie keine Befreiung.
(SGGS, Ang 67)

Die fünf Reiche, Panj Khand, werden im Sri Japji Sahib von Satguru Nanak Dev wie folgt beschrieben:
Khand bedeutet Reich, Ort, Ebene. Es gibt fünf Reiche: Dharam, Gian (Gyan), Saram, Karam und Sach. Sie verweisen auf die Ethik von der Wurzel bis hin zum Thron des Allmächtigen.

  • Dharam Khand: ist das Reich der Rechtschaffenheit, das grundlegende spirituelle Gesetz. Diese Ebene beinhaltet für die eigenen Taten die Verantwortung zu übernehmen; sich für eine aufrichtige, rechtschaffene Handlungsweise einzusetzen sowie ein moral-ethisch, auf Gott ausgerichtetes Leben zu führen. Der Mensch ist Gott gegenüber für die Taten, die er begeht, verantwortlich. In diesem Reich wird die Wahrheit von der Unwahrheit, die rechtschaffenen von den unrechtmässigen Handlungen eines jeden beurteilt. Dharam Khand ist die Ebene für die Leistung wahrer Taten und frommer Handlungen.
  • Gian Khand (Gyan): ist das Reich des göttlichen Wissens. Diese Ebene verleiht die tiefe Weisheit über Gott und Seine Schöpfungsmechanismen. In diesem Reich wird spirituelle Illumination und Anand (Bliss) erfahrbar. Im Sri Japji Sahib wird erwähnt, dass hier unzählige Formen von Luft, Wasser und Feuer exisitieren. In Gian Khand gibt es zahlreiche Quellen der Schöpfung. Unzählige Sonnen, Monde, Galaxien, Universen, Yogis, Erleuchtete Seelen, höchste Asketen, Inkarnationen von Göttinnen, unzählige Krishnas, Shivas, Brahmas, unzählige Gläubige, die Gott lieben und dienen, residieren in diesem Reich. Alle sind hier im Namen Gottes vertieft.
  • Saram Khand: Mit göttlichem Wissen gesegnet, betritt die Seele den Bereich spiritueller Bemühungen. Hier ist die Schönheit das allesdurchdringende Attribut. Einzigartig schöne Formen ohne Parallele werden in Saram Khand geformt. Im Bereich der spirituellen Bemühungen ist die Sprache und die Melodie des spirituellen Glücks wundervoll. Diese Ebene beinhaltet die vollständige Reinigung des Geistes durch spirituelle Praxis. In dieser Sphäre werden göttliche Intuition, Vision, Weisheit und Erleuchtung des Geistes geformt.
  • Karam Khand: ist das Reich der göttlichen Gnade. Selbstlosigkeit führt zu göttlicher Gnade und Stärke des Geistes. Auf dieser Ebene der göttlichen Gnade ist die spirituelle Macht die treibende Hauptkraft. Wie im Sri Japji Sahib beschrieben, residieren in Karam Khand die mächtigsten Krieger und Helden, Jodh Maha Balsur Naik Bahadur. Hier ist jeder vom Bewusstsein Gottes eingefärbt, voll und ganz mit Seiner Bewunderung verschmolzen. Die Formen hier sind von unbeschreiblicher Schönheit. Sie sind mit Gott vereint. Weder Tod noch Täuschung, die Maya, haben Zugriff auf diese Sphäre. Der formlose Schöpfer verweilt in diesem Reich.
  • Sach Khand: ist das Reich der absoluten Wahrhaftigkeit und Ewigkeit Gottes. Das Sri Japji Sahib offenbart, dass dies die Wohnstätte Gottes ist, wo der formlose Schöpfer residiert. Seine gesamte Schöpfung ist unter dem Blick Seiner Gnade. Der Schöpfungszyklus ist grenzenlos und unbeschreiblich. In diesem Reich sind alle Kontinente, Universen und alle Seine Schöpfungen enthalten. Sie alle unterliegen Seinem Hukam, Seinem Willen. Hier wacht der Schöpfer in Glückseligkeit über Seine Schöpfungen. Wenn die Seele dieses Reich der Wahrheit betritt, verschmilzt sie mit der göttlichen All-Seele des Schöpfers auf Ewig.

Die vier Schätze - ਚਾਰਿ ਪਦਾਰਥੁ

Im Sikh Glauben gibt es die vier Padarath. Padarath wird als Schatz, Reichtum und Segen übersetzt.

Auf der spirituellen Reise der Seele zu Gott durchläuft diese verschiedene Stadien, um die Vereinigung mit dem allmächtigen Schöpfer zu realisieren. Diese vier Schätze, die Char Padarath (ਚਾਰਿ ਪਦਾਰਥੁ) sind:

  • Janam Padarath (ਜਨਮੁ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz der spirituellen Geburt, Leben
    Treasure of spiritual birth, life
  • Gian Padarath (ਗਿਆਨੁ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz des spirituellen Wissens
    Teasure of spiritual knowledge
  • Naam Padarath (ਨਾਮੁ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz des göttlichen Wissens, Gottes höchste Anweisung
    Treasure of divine Wisdom - supreme command
  • Mukt Padarath (ਮੁਕਤਿ ਪਦਾਰਥੁ)
    Schatz der Erlösung, Befreiung
    Treasure of salvation, liberation




Die vier Purusharthas

Im Siri Guru Granth Sahib werden die vier Purusharthas u.a. auf Ang 816, Ang 927, Ang 1201 wie folgt erwähnt:

ਧਰਮ ਅਰਥ ਅਰੁ ਕਾਮ ਮੋਖ ਦੇਤੇ ਨਹੀ ਬਾਰ ॥੨॥
Er zögert nicht, mich mit rechtschaffenen Glauben, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung zu segnen.
(SGGS, Ang 816)
ਧਰਮ ਅਰਥ ਅਰੁ ਕਾਮ ਮੋਖ ਮੁਕਤਿ ਪਦਾਰਥ ਨਾਥ ॥
Rechtschaffener Glaube, Wohlstand, Wunscherfüllung und Erlösung; der Herr schenkt diese vier Segnungen.
(SGGS, Ang 927)
  • Dharam: Rechtschaffenheit = righteousness
  • Arth: Wohlstand = prosperity, wealth
  • Kam: Erfüllung der Wünsche (Erfolg)
    fulfillment of desire, success
  • Mokh: Befreiung = liberation, salvation





Die vier Ströme des Feuers

Im Heiligen Guru Granth Sahib werden die vier Ströme des Feuers beschrieben:

Die vier furchtbaren Ströme des Feuers fliessen durch den Körper. Einige wenige verstehen das einzigartige, göttliche Wort durch die Gnade des Gurus.
The four dreadful streams of fire flow through the body. Some rare understand the unique Divine Word by the Grace ot the Guru.
Die vier Ströme des Feuers fliessen in unserem Körper. Der Mensch verbrennt sich in Wunsch und Ego.
The four streams of fire flow in our body. Man burns in desire and ego.
Durch die Lehre des Gurus, Gurmat folgend, habe ich das ambrosiale Wasser von Naam, den Namen Gottes erhalten. Das Feuer in mir wurde entfernt. Das Wort vom Shabad Guru hat es beseitigt.
Following the Guru's Teaching Gurmat, I have obtained the Ambrosial Water of the Naam, and the fire has been put out. The Word of the Guru's Shabad has put it out.
Der Gurmukh beseitigt die vier Feuer mit dem Wasser durch den Namen des Herrn.
The Gurmukh puts out the four fires, with the water of the Lord's Name.

Die vier Ströme des Feuers sind:

  • Gewalt = violance, killing
  • weltliche Anhaftung, Maya, Dualität
    love to worldly attachment, duality & Maya
  • getriebene Gier & Wünsche = Greed and desire
  • Wut, Zorn, Hass = Wrath, anger, hate

Die vier Türen zum Göttlichen

  • Sat
  • Satguru
  • Sat Nam
  • Sat Purakh

Auf dem Weg der Wahrheit kann Lüge und Falschheit nicht voranschreiten. Die erste Tür öffnet sich für eine Person, die danach strebt ein wahres und aufrichtiges Leben zu führen. Dies führt sie zur zweiten Tür. Hier trifft sie auf den Satguru und die dritte Tür öffnet sich. Dort wird die Person mit Sat Nam, dem göttlichen Namen, Waheguru gesegnet. Der Satguru führt den Aspiranten dann weiter zur vierten Tür zu Sat Purakh, zu Gott. Der evolutionäre Entwicklungsweg beschreibt die Stadien von der tierischen Natur zum Menschen hin, vom Menschen zu einem spirituellen Wesen, von einem gläubig, spirituellem Wesen zur Selbstverwirklichung und von der Selbstverwirklichung zur Vereinigung mit Gott.

Die Philosophie im Sikh Glauben hat das Ziel, den Menschen auf die Ebene anzuheben, wo er Naam Simran ausüben kann. Positive, reine und aufbauende Handlungen reinigen den Geist und machen ihn fit für den Weg des Göttlichen Namens. Reine, auf die Wahrheit ausgerichtete Handlungen, führen den Aspiranten auf den Weg von Naam. Naam Simran mit Bewusstsein ausgeführt, ruft die Gnade und den Segen von Prem, Liebe hervor. Liebe, die sich durch Hingabe, Bhagti offenbart, führt zum ultimativen Eintauchen in Sehaj Avastha.

  • Karam Marg
  • Naam Marg
  • Bhagti Marg
  • Sehaj Marg
Jeder Atemzug, der mit Naam aromatisiert wird, mit Hingabe, mit Glauben, ist wie eine duftende Blume, die zu den Lotusfüßen des geliebten Satgurus dargereicht wird. Diese Blumen verlieren niemals ihre Frische, ihren Duft noch Charme. Sie führen schließlich zur Befreiung... Die Liebe zu Gott verschluckt die Liebe zu falschen Bindungen.

Every breath which is flavoured with Naam, with devotion, with faith, is like a fragent flower offered at the Lotus feet of the Beloved Satguru and these flowers do not lose their freshness, flavour and charm and ultimately lead one to liberation... Love of God swallows all love for false (worldy) attachments.
ਸਤਿਗੁਰੁ ਮੇਰਾ ਬੇਮੁਹਤਾਜੁ ॥
Mein Wahrer Guru ist vollständig unabhängig.
My True Guru is totally independent.

ਸਤਿਗੁਰ ਮੇਰੇ ਸਚਾ ਸਾਜੁ ॥
Mein Wahrer Guru ist mit Wahrheit geschmückt.
My True Guru is adorned with Truth.
(SGGS, Ang 1142)

Meditation und Kontemplation

Sikhs haben gelernt, dass neben der Meditation, Simran, selbstloser Dienst und wohltätige Arbeit Nishkam Seva, den Gläubigen dazu befähigen, die bindenden Einflüsse der Erscheinungswelt zu reduzieren. Beim selbstlosen Dienen, ohne dafür weltliche Gegenleistung zu erwarten, opfert der Sikh die fünf Diebe: Kaam, Krodh, Lobh, Moh und Ahankar.

Während Seva, die ehrenamtliche Arbeit, ausgeübt wird, unterwirft sich das Ego vor der Allmacht Gottes. Das Seva System lehrt dem Sikh demütig und bescheiden zu werden und das Ego zurückzunehmen. Gott und Seiner Schöpfung, der Gemeinde sowie der globalen Weltfamilie zu dienen, ist ein Privileg. Seva zu praktizieren, segnet den Sikh mit einem Zustand von innerer Ruhe, Zufriedenheit, Freude und Ausgeglichenheit. Im Sikh Glauben gibt es drei Formen von Dienst:

  • Tan - physischer Dienst
  • Man - mentaler Dienst
  • Dhan - materieller Dienst

Gurbani - Shabad Kirtan im Raag System

Gurbani ist das direkte Wort Gottes, das Satguru Nanak Dev, die Sikh Gurus und die Bhagats im Heiligen Guru Granth Sahib in ihren Hymnen und Versen offenbaren. Das Wort des Shabad, Gurbani wird in Form des Shabad Kirtan, dem Singen und Musizieren vorgetragen. Die gesamten Verse des Siri Guru Granth Sahib sind in einer Form von Poesie und Reim verfasst, um in 31 Haupt Raags, 31 Mishrat Raags in 17 Taala rezitiert zu werden. Satguru Nanak Dev begann die Shabad Kirtan Tradition. Die Sikh Gurus betonen die Wichtigkeit sich mit Gurbani, mit dem Wort des Gurus zu verbinden. Das Singen und Hören von Shabad Kirtan ist ein kraftvoller Weg, um innere Ruhe und eine meditative Haltung zu erreichen. Den Einen universellen Schöpfergott mit Hingabe und Liebe zu besingen, zu lobpreisen, auf Seinen Namen zu meditieren, Bani zu rezitieren, ist ein effektiver Weg, um sich mit dem Ursprung allen Seins zu verbinden. Gurbani ist die ewig-gültige, zeitlose Wahrheit, das göttliche Licht von Wissen von der Einheit Gottes.

Die tiefe Bedeutung, die verborgenliegende, unbegrenzte, transformale Schönheit von Gurbani wird im Heiligen Guru Granth Sahib erfahrbar. Die Mystik und die Kraft, die sich im Shabad Guru befindet, offenbart die göttliche Energie der positiven Wandlung für jede Seele, die in Kontakt mit Gurbani, mit Guru kommt. Der Sikh Weg des Lebens ist ein Glaubensweg der evolutionären Transformation, um Liebe, inneren Frieden, Ruhe, Hingabe, Wahrheit, Rechtschaffenheit, Erkenntnis zu entwickeln, um Freiheit zu erlangen. Durch das Wort des Shabad, durch Waheguru Naam, wird die Einheit mit Gott realisierbar.

Der Nukleus des Sikh Glaubens lehrt die distinkte Methode, wie die Maya (Scheinwelt) und die fünf Feinde (Panj Chor) durch den Shabad Guru erfolgreich besiegt werden, um die Vereinigung mit der wundervollen All-Seele des Schöpfers zu erreichen.

ਗੁਰਬਾਣੀ ਇਸੁ ਜਗ ਮਹਿ ਚਾਨਣੁ ਕਰਮਿ ਵਸੈ ਮਨਿ ਆਏ ॥੧॥
Gurbani ist das Licht, um diese Welt zu erleuchten; durch Seine, Gottes Gnade kommt es in den Geist, um dort zu verweilen.|| 1 ||
Gurbani is the Light to illuminate this world; by His Grace, it comes to abide within the mind. || 1 || (SGGS, Ang 67)
ਅੰਮ੍ਰਿਤੁ ਵਰਖੈ ਅਨਹਦ ਬਾਣੀ ॥ ਮਨ ਤਨ ਅੰਤਰਿ ਸਾਂਤਿ ਸਮਾਣੀ ॥
Der ambrosiale Nektar, die ungebrochene Melodie von Gurbani strömt fortwährend herunter; tief in meinem Geist und Körper sind Frieden und Ruhe eingekehrt.
The ambrosial Nectar, the unstruck Melody of Gurbani rains down continually; deep within my mind and body, peace and tranquility have come. (SGGS, Ang 105)
ਸਤਿਗੁਰ ਕੀ ਬਾਣੀ ਸਤਿ ਸਰੂਪੁ ਹੈ ਗੁਰਬਾਣੀ ਬਣੀਐ ॥
Das Wort Bani vom wahren Guru, ist die Verkörperung von höchster Wahrheit und diejenigen, die sich mit Gurbani verbinden, werden vollkommen.
The Word of the True Guru’s Bani is the embodiment of Truth; through Gurbani, one becomes perfect. (SGGS, Ang 304)
ਗੁਰਬਾਣੀ ਤੇ ਹਰਿ ਮੰਨਿ ਵਸਾਏ ॥ ਨਾਨਕ ਸਾਚਿ ਰਤੇ ਪ੍ਰਭਿ ਆਪਿ ਮਿਲਾਏ ॥੪॥੩॥
Durch das Wort von Gurbani kommt der Schöpferherr in den Geist und verweilt dort. Oh Nanak, Gott vereint diejenigen mit sich, die von Wahrheit durchdrungen sind. || 4 || 3 ||
Through the Word of Gurbani, the Lord comes to dwell in the mind. O Nanak, God unites with Himself those who are imbued with Truth. || 4 || 3 || (SGGS, Ang 664)
ਗੁਰ ਕੈ ਸਬਦਿ ਮਨੁ ਜੀਤਿਆ ਗਤਿ ਮੁਕਤਿ ਘਰੈ ਮਹਿ ਪਾਇ ॥ ਹਰਿ ਕਾ ਨਾਮੁ ਧਿਆਈਐ ਸਤਸੰਗਤਿ ਮੇਲਿ ਮਿਲਾਇ ॥੨॥
Durch das Wort des Shabad Guru wird der Geist erobert und erreicht die Ebene der Befreiung in seinem eigenen Zuhause. Meditiere auf den Namen des Herrn; schliesse dich der Sat Sangat, der wahren Gemeinde an und vereinige dich. || 2 ||
Through the Word of the Guru’s Shabad, the mind is conquered, and one attains the state of liberation in one’s own home. So meditate on the Name of the Lord; join and merge with the Sat Sangat, the True Congregation. || 2 || (SGGS, Ang 26)
ਸਭ ਘਟ ਆਪੇ ਭੋਗਣਹਾਰਾ ॥ ਅਲਖੁ ਵਰਤੈ ਅਗਮ ਅਪਾਰਾ ॥
ਗੁਰ ਕੈ ਸਬਦਿ ਮੇਰਾ ਹਰਿ ਪ੍ਰਭੁ ਧਿਆਈਐ ਸਹਜੇ ਸਚਿ ਸਮਾਵਣਿਆ ॥੧॥
ਸਬਦੁ ਸੂਝੈ ਤਾ ਮਨ ਸਿਉ ਲੂਝੈ ਮਨਸਾ ਮਾਰਿ ਸਮਾਵਣਿਆ ॥੧॥ ਰਹਾਉ ॥
ਪੰਚ ਦੂਤ ਮੁਹਹਿ ਸੰਸਾਰਾ ॥ ਮਨਮੁਖ ਅੰਧੇ ਸੁਧਿ ਨ ਸਾਰਾ ॥
ਗੁਰਮੁਖਿ ਹੋਵੈ ਸੁ ਅਪਣਾ ਘਰੁ ਰਾਖੈ ਪੰਚ ਦੂਤ ਸਬਦਿ ਪਚਾਵਣਿਆ ॥੨॥
Er erfeut sich an allen Herzen.
Der Unsichtbare, Unerreichbare und Unbegrenzte ist alldurchdringend. Durch das Meditieren auf meinen Herrn Gott, durch das Wort vom Shabad Guru, bin ich intuitiv in die Wahrheit, in Gott versunken. Wenn jemand den Shabad versteht, dann kämpft er mit seinem eigenen Geist. Indem er seine Wünsche bändigt, verschmilzt er mit dem Schöpfer. Die fünf Feinde (Lust, Wut, Gier, Anhaftung und Ego) plündern die gesamte Welt. Die blinden, eigenwilligen Manmukhs verstehen und wertschätzen dieses Wissen nicht. Diejenigen, die Gurmukh werden (Gott zugewandt), ihre Häuser sind beschützt. Die fünf Feinde werden durch den Shabad zerstört.
(SGGS, Ang 113)

In allem Gottes Licht und Seine Existenz wahrzunehmen, bedeutet, die Dualität des Geistes und die Illusion von der Quelle allen Seins getrennt zu sein, zu überwinden. Satguru Nanak Dev hat die Welt mit Gurbani illuminiert, um das innewohnende göttliche Licht von der Wahrheit Gottes in der Individual Seele zu entfachen, damit sie auf dem Weg mit und zu Gott geschützt ist.

Der Sinn des Lebens in der Sikhi

Gemäß Satguru Nanak Dev ist der höchste Sinn des menschlichen Lebens, sich mit Gott - Akaal Purakh Waheguru zu vereinigen.

ਭਈ ਪਰਾਪਤਿ ਮਾਨੁਖ ਦੇਹੁਰੀਆ ॥ ਗੋਬਿੰਦ ਮਿਲਣ ਕੀ ਇਹ ਤੇਰੀ ਬਰੀਆ ॥
ਅਵਰਿ ਕਾਜ ਤੇਰੈ ਕਿਤੈ ਨ ਕਾਮ ॥ ਮਿਲੁ ਸਾਧਸੰਗਤਿ ਭਜੁ ਕੇਵਲ ਨਾਮ ॥੧॥
Dieser menschliche Körper wurde dir gegeben.
Dies ist deine Chance, Gott dem Herrn des Universums zu begegnen. Nichts anderes wird funktionieren.
Tritt der Saadh Sangat, der Gemeinschaft der Heiligen bei und meditiere auf den Juwelen von Gottes Namen.
(SGGS, Ang 12).

Die bindenden und überschattenden Eigenschaften der Maya, die fünf Feinde, die Dualität und die Illusion des Geistes von Gott getrennt zu sein, bilden die grösste Hürde, um die Vereinigung mit Gott zu realisieren. Durch das Praktizieren der Gurmat Lehre, dem sich Verbinden mit Gurbani, erreicht der Gläubige innere Zufriedenheit, Stärke und Festigkeit. In diesem Evolutionsprozess der Individual Seele wird der Geist schrittweise transformiert. Satguru Nanak Dev bezeichnet das Wort Guru als die Stimme der Seele, die Quelle der Weisheit und die Führung zur Vereinigung mit Gott. So wie Ik Oankar universal immanent ist, bilden Gott, Guru und GurShabad eine Einheit. Man verbindet sich mit Guru nur durch ständige selbstlose Liebe und Suche nach der Wahrheit. Schliesslich realisiert der Gläubige, dass Sein wahres Zuhause in der kosmischen All-Seele des Schöpfers, Paramatma liegt. Der menschliche Körper dient als das Gefährt, um die Vereinigung mit der Wahrhaftigkeit, mit Gott zu realisieren. Sobald die Wahrheit, das göttliche Licht und die Liebe Gottes im Bewusstsein einer Person zu erstrahlen beginnt und sich der Geist in Gott ergeben hat, ist die Anhaftung an den weltlichen Bereich, der Maya überwunden. Der Schleier der Illusion von Dualität existiert nicht mehr. Die Herrlichkeit Gottes offenbart sich im eigenen Bewusstsein. Gott ist Thakur und Gott ist Sevak.

Gurudwara, das Gebetshaus der Sikhs

Das Gebetshaus der Sikhs wird in Gurmukhi als 'Guru-duara' bezeichnet. Der Gurudwara oder Gurdwara ausgesprochen, ist der Toreingang zu Guru, zu Gott. Die Gurudwaras weltweit dienen als die Gebets- und Gemeindezentren für den Sikh Panth. Die höchste spirituelle, religiöse Sikh Autorität, der Siri Guru Granth Sahib, ist in jedem Gurudwara installiert. Im Gebetshaus der Sikhs werden die Heiligen Hymnen, Verse und Gebete aus dem Ewigen Shabad Guru vorgetragen, gemeinsam gesungen, gebetet, musiziert, gelernt und gegessen. Der Granthi ist der zeremonielle Vorleser und Hüter des Siri Guru Granth Sahib. Er kümmert sich um einen reibungslosen Ablauf während des Gottesdienstes und ist verantwortlich für die tägliche Durchführung der Sikh Gebete. Gurudwaras stehen allen Menschen offen, ungeachtet der Herkunft, Status, Geschlecht und Glaubenszugehörigkeit. Hier wird das Guru ka Langar, das freie Gemeinschaftsessen, an alle verteilt, die daran teilnehmen möchten. Die zwei Merkmale eines Gurudwaras setzen sich aus Pangat und Sangat zusammen. Pangat stellt die öffentliche Freiküche dar und Sangat die Gemeide. Das Guru ka Langar symbolisiert das Aufheben sozialer, religiöser und politischer Unterschiede. Das gemeinsame Essen demonstriert die universelle Verbundenheit unter den Menschen. Sie alle sind die Manifestationen des Einen transzendentalen Schöpfers, der Vater und Mutter zugleich ist. Das Essen in einem Gurudwara ist rein vegetarisch und besteht aus Reis, Dal (Linsengericht), Gemüse, Roti (Fladenbrot) und Joghurt. An Feiertagen werden köstliche Süssigkeiten von der Gemeinde zubereitet.

Vor dem Betreten des Gurudwaras waschen sich die Besucher die Hände (optional die Füsse) und bedecken sich den Kopf mit einem Tuch oder Dastar (Turban). Zigaretten und andere Intoxikationen dürfen nicht mit in den Gurudwara gebracht werden. Unter Gurudwara Protokoll können Sie weitere Verhaltensregeln und den Ablauf in einem Gurudwara nachlesen. Im Sikh Glauben gibt es kein offizielles Priesteramt. Der Granthi ist der zeremonielle Vorleser, Hüter und Beschützer des Siri Guru Granth Sahib in den Gurudwaras. Jeder getaufte Sikh, der den Siri Guru Granth Sahib lesen kann, hat die Möglichkeit den Gottesdienst zu leiten. Vor den Gurudwaras befinden sich in Indien, Pakistan und anderen Ländern traditionell ein Amrit Sarovar, ein heiliger Amrit See. Auf dem Foto ist der Sarovar von Sri Nankana Sahib zu sehen, der sich im Innenbereich der Gurudwara Anlage befindet. Vor jedem Gurudwara ist die Nishan Sahib Flagge angebracht.

Die Ethik im Sikh Glauben

Die Notwendigkeit den Geist zu kontrollieren und die fünf Diebe, zu dem auch das Ego gehört, zu unterwerfen, werden immer wieder in der Sikh Religion gelehrt. Alle Tugenden, wie

  • Wahrheit - SAT
  • Zufriedenheit - SANTOKH
  • Liebe - PREM
  • Mitgefühl - DAYA
  • Hingabe - BHAGTI
  • Selbstloser Dienst - SEVA
  • Wohltätigkeit - DHANA
  • Vergebung - KSANA
  • Demut - NIMRATA
  • Geduld - DHEERJH
  • Nichtanhaftung - VAIRAGYA
  • Keuschheit, Enthaltsamkeit im Sinne von Treue - TAIGA,

bilden die ethische Grundlage im Sikh Glauben. In unserer heutigen Zeit sind diese Werte, die Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus lehrten, mehr denn je gefragt und notwendig, um ein positives, individuelles Wachstum als auch ein kollektiv-globales konstruktives Miteinander in der Welt zu fördern.

Abschliessend

Als Satguru Nanak Dev die universelle Botschaft von der Liebe Gottes, den Namen Gottes und die Gurbani im Kali Yuga, dem dunklen Zeitalter, offenbarte, wurde Guru Nanak Dev als Satguru bezeichnet, als die Manifestation der göttlichen Wahrhaftigkeit auf Erden. Im Siri Guru Granth Sahib wird der Wahre Guru beschrieben. Gott, Guru und Gurshabad bilden eine Einheit im Sikh Glauben. Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus bezeichnen sich in Ihrer Demut, Liebe und Hingabe als Diener und Opfer Gottes. Der Heilige Guru Granth Sahib ist die Offenbarung und Manifestation von Gurbani, dem direkten Wort des formlosen Schöpfers. Alle Sikh Gebete und Sikh Zeremonien, wie die Namensgebung, die Sikh Heirat 'Anand Karaj', die Gründung des Khalsa Panth, die Amrit Taufe, die fünf Glaubenssymbole, das Gründen eines eigenen Alphabets und Schriftsprache, Gurmukhi, die Offenbarung von Gurbani, Waheguru Naam, das Praktizieren von Shabad Kirtan, die Sikh Kampfkunst Gatka, sind zu Lebzeiten der Sikh Gurus gelehrt und etabliert worden.

Der Ursprung des Sikh Glaubens liegt in der göttlichen Offenbarung der zehn Sikh Gurus, in ihrer spirituell-kosmischen Erfahrung und der Vereinigung mit Gott. Die Gurmat Lehre der Sikh Gurus ist distinkt. Sie bildet die Grundlage im Sikh Glauben.

Der Sikh Glaubensweg von Satguru Nanak Dev erweckt die tiefe Liebe zu Gott, die Sehnsucht der Individual Seele, nach langer Trennung auf Gott zu treffen. Die Reise der Seele ist die Reise zur Vereinigung mit dem Göttlichen.

ਵਾਹਿਗੁਰੂਜੀਕਾਖ਼ਾਲਸਾ ॥ ਵਾਹਿਗੁਰੂਜੀਕੀਫ਼ਤਹਿ ॥
Waheguru ji ka Khalsa - Waheguru ji ki Fateh